Sonntag, 6. März 2016

Presseclub 06.03.2016 - Was Donald Trumps Erfolg über Amerika verrät

Thema: US - Wahlkampf


"Laut, hemmungslos und populär -
Was Donald Trumps Erfolg über Amerika verrät"

Presseclub - So. 6.03.16, 12.00 - 13.00 Uhr
Noch stehen sie nicht endgültig fest, aber der Wahlkampf in den USA verdichtet sich immer mehr auf zwei Kandidaten: Hillary Clinton und Donald Trump. Am Super Tuesday dieser Woche, an dem in elf Bundesstaaten die Vorwahlen stattfanden, siegten die Ex-Außenministerin und der Immobilienmogul jeweils in sieben Staaten - und ließen die anderen Kandidaten damit hinter sich. Die Welt reibt sich die Augen: Wie erklärt sich der Erfolg von Donald Trump?

Zu Gast:

  • Melinda Crane (Deutsche Welle TV)
  • Andrew B. Denison (Publizist)
  • Katja Gloger (Stern)
  • Stefan Kornelius (Süddeutsche Zeitung)

  • Moderation
    Sonia Seymour Mikich

    Der Milliardär fällt im Wahlkampf vor allem durch markige Sprüche, seine Unberechenbarkeit und Reizbarkeit auf. Seine politischen Positionen sind teils moderat, so will er eine Krankenversicherung für alle Amerikaner schaffen, teils radikal, er befürwortet den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko und will das Waterboarding als Foltermethode wieder einführen. Obwohl er Kandidat der Republikaner ist, startet ein Teil der Partei nun hektische Versuche, Trump aufzuhalten. So hielt Mitt Romney, der republikanische Kandidat, der 2012 gegen Obama verlor, am Donnerstag eine Anti-Trump-Rede und sagte, Trump sei ein Aufschneider und ein Betrüger. Doch Donald Trump selbst scheint dies alles nichts anhaben zu können, an der republikanischen Basis findet er breite Unterstützung.

    Warum wollen viele Amerikaner Donald Trump zum Präsidenten machen? Was sagt das über den Zustand der amerikanischen Gesellschaft aus? Und wie stark ebnet derzeit der Populismus, auch in Europa, den Weg zum politischen Erfolg?

    Kommentare

    Victor, sagte:
    Man hat den Eindruck, der deutsche Mainstream würde am liebsten für die US-Wähler abstimmen. Mehr Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines anderen Landes geht nun wirklich nicht. Vielleicht revanchiert sich Trump bei der nächsten Bundestagswahl 2017.

    Cora sagte:
    Das surreale Theater, das wir zurzeit in den USA sehen, ist das schlagendste Arguent gegen Volksabstimmungen. Das politische System in den USA ist im Vergleich zu unserer soliden parlamentarischen Demokratie rückständig. Bei einem Land, in dem das Volk gar nicht selbst die Regierung wählt, um nicht zu sagen, gar keine Regierung wählt, sondern nur Wahlmänner, die dann auch nur einen Präsidenten wählen, einem Land, in dem es nur zwei Parteien gibt, einem Land, in dem man als Schauspieler Regierungschef werden kann, einem Land, in dem die Waffenlobby soviel Macht über die Politik hat, ein wirksames Waffengesetz zu verhindern usw. - wundert einen gar nichts mehr.

    Fink sagte:
    Diese Woche kam eine Reportage über die Route 66. Ein etwas älterer Mann sagte einen Satz, der mir nicht neu war, trotzdem mir imponierte: Die Welt ohne Politiker würde sich wunderbar vertragen, die gewöhnlichen, ganz gewöhnlichen Bürger. Jene Bürger, die sich auch an Bayerns tags und nachts hinstellen, und den Neuankömmlingen helfen, weil es human geboten ist. Das sind die Helden, die gar keine Helden sein wollen, sondern einfach human. Dazu braucht es keine Gesetze, sondern Haltung und Verantwortung, und Rückgrat. Was soll ich mir den Unsinn eines Trump anhören? Ich erinnere mich an heulende amerikanische Studenten, die sich schämten eines DoubleU`s Bushs. Glauben Sie ernsthaft, dass die Bürger dieser Welt - egal wo - der Politik Vertrauen? Ich habe nicht den Eindruck. Das ist insgesamt nur noch erbärmlich.
    Eva aus Bayern sagte:
    Ob Clinton oder Trump mich graut es vor beiden. Die eine eng mit den raffgierigen Finanzeliten verbündet, weil von ihnen gesponsert, der andere nach allem was man hört und sieht ein regelrechter Kotzbrocken der die Welt noch mehr in den Abgrund reißen könnte als der letzte US-Präsident mit Namen Bush. Ich kann es nicht leugnen, da ist mir Herr Putin um ein mehrfaches lieber. Europa täte gut daran endlich zu einer gemeinsamen Linie und zu einem eigenen Sicherheitskonzept zu finden damit wir unabhängiger werden von den USA. Auch das Verhältnis zu Russland sollte schnellstens, weil in unserem Interesse liegend wieder verbessert werden, denn auch Russland gehört zu Europa.

    Helmut Gerner sagte:
    Warum wird Kübelweise Mist über Trump ausgeschüttet? Haben unsere Politiker und die Medien Angst davor das auch in Deutschland so eine Situation eintritt? Wünschen würde ich es mir.

    Artur von Blasewitz sagte:
    Einige Worte zu Ihrem Gast Andew B. Denison: Wie Sie im Klappentext schreiben, ist der Berufs-US-Amerikaner zwar Direktor des "Transatlantic Network". Gemeinsam mit seiner Gattin repräsentieren beide auch die einzigen Mitglieder. Über Finanzierung, Hintergründe usw. ist kaum Verlässliches zu erfahren. Da wundert es schon, daß der Herr in Ihrer potenten Runde sitzen darf! Zu diesem hartleibigen Apologeten von "Gods Own Country" hat sich schon vor Jahren ein Berufener sehr dezidiert geäußert - Dr. Peter Scholl-Latour. In einem Gespräch mit dem damaligen Dauergast ihrer Plauderrunde, Mr. Don Jordan - ebenfalls US-Amerikaner - meinte er (aus dem Gedächtnis zitiert): "Wir sind zwar meistens unterschiedlicher Meinung, aber mit Ihnen kann man wenigstens noch reden. Diese Denison ist jeder Argumentation völlig unzugänglich. Es ist völlig sinnlos, mit dem zu dikutieren. Warum der immer wieder eingeladen wird ...!".

    Müller sagte:
    Schon vergessen? Trump erklärte Merkel wegen ihrer Flüchtlingspolitik für verrückt. Na dann Feuerfrei für den Presseclub, um ihre Kanzlerin der Herzen zu verteidigen. Außerdem will er mit Russland auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Igitt, dass ist ja ein nogo für unsere Transatlantiker in Funk und Print.

    Ulrich sagte:
    Trump und Putin, da würde endlich mal Stimmung aufkommen. Ein schlechtes Verhältnis ist immer noch besser als kein Verhältnis. So einer wie Obama wird von Putin nicht mal halb ernst genommen. Die Menschen sehnen sich nun mal nach einfache Vorschläge die er gut bedient. Dass nicht alles so umsetzbar ist wissen doch die US-Bürger selber. Ich würde mir einen Bundeskanzler der Marke Trump sehnlichst wünschen. Er hätte anders als Merkel nicht diesen Bückling vor Cameron gemacht um ihn in der EU zu halten. Die Briten haben viel mehr zu verlieren als die EU. Aber die weichgespühlten EU-Politiker sind leider nicht Trump.

    E. Lempe sagte:
    Der Herr von der „Süddeutschen“ hat ein sehr schlechtes Gedächtnis. Das Lösungsgeschwätz von der Türkei usw. ist erst seit Januar en voge. Vorher hat die Kanzlerin die deutschen Grenzen niedergerissen und Sozialstaat für die Welt verkündet. Alle denen dabei die Nackenhaare zu Berge standen wurden von der „Süddeutschen“ und den anderen gleichgeschalteten Linkspopulisten als Nazis beschimpft.

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