Sonntag, 14. Februar 2016

Presseclub - So. 14.02.16 - Feuerpause und Hilfskonvoys für Syrien – kann das die neue Massenflucht stoppen?

Thema: Syrien


"Feuerpause und Hilfskonvoys für Syrien
kann das die neue Massenflucht stoppen?"

Presseclub - So. 14.02.16, 12.00 - 13.00 Uhr
Ist es eine historische Vereinbarung – oder nur ein wertloses Stück Papier? Der Plan der „Syrien-Kontaktgruppe“ soll der erste Schritt sein, um den grausamen Krieg in Syrien nach fast fünf Jahren zu beenden: Eine Feuerpause binnen einer Woche, humanitäre Korridore für Hilfskonvoys und die Fortsetzung der Friedensgespräche zwischen den verfeindeten Gruppen aus syrischer Armee und Opposition.


Foto: Screenshot-ARD
Zu Gast:
  • Fritz Pleitgen (Ehemaliger WDR-Intendant)
  • Christoph Reuter (Auslandskorrespondent des Spiegel mit Sitz in Beirut)
  • Sylke Tempel (Chefredakteurin der Zeitschrift "Internationale Politik")
  • Christoph von Marschall (Diplomatischer Korrespondent der Chefredaktion des Berliner Tagesspiegel)

  • Moderation: Jörg Schönenborn

    Die Erfolgs-Chancen sind äußerst ungewiss – und selbst wenn es eine Waffenruhe geben sollte: Der Syrien-Krieg hinterlässt ein verwüstetes Land und verzweifelte Bewohner. Fast 500.000 Menschen sind gestorben, etwa zwei Millionen verwundet. Und weit mehr als vier Millionen Syrer sind aus ihrer Heimat geflohen: Sie leben in Flüchtlingscamps der Türkei, des Libanon oder Jordaniens. Oder sie haben es bis nach Europa und nach Deutschland geschafft.

    Hilflos hat der Westen dem syrischen Drama bisher zugesehen

    Die USA wollen nicht in einen direkten Konflikt mit Russland geraten, Europas Einfluss auf die Kriegsparteien ist gering. Seit Russlands Präsident Putin mit Luftangriffen direkt die Armee von Machthaber Assad unterstützt, wurde eine neue Flüchtlingsbewegung ausgelöst. An der Grenze zur Türkei harren mehr als 50.000 Menschen aus, viele weitere sehen in Syrien keine Zukunft. Sie werden sich Richtung Europa auf den Weg zu machen, wenn die Lage in ihrem Land nicht schnell besser wird.

    Doch in Deutschland wächst die Überzeugung, dass das Land nicht noch einmal so viele Flüchtlinge aufnehmen - und später integrieren – kann wie 2015. Doch alle Versuche einer europäischen Lösung zur gerechteren Verteilung und zur besseren Grenzsicherung sind bisher nicht vorangekommen.

    Wie realistisch ist die Hoffnung auf ein Ende des Syrien-Krieges? Wird es eine neue Massenflucht nach Europa geben? Wie können wir den Flüchtlingen am besten helfen?


    Kommentare

    Willi Walter S 14.02.2016, 12:56 Uhr:
    Herr Pleitgen ist der einzige objektive Teilnehmer, der die Lage klar und nicht einseitig sieht. Das ist wieder ein klardenkender Pleitgen gegen 3 „Journalisten“ mit gelinde gesagt starkem transatlantischen touch. Ich habe kein Verständniss für solche einseitigen Journalisten. Glauben die wirklich, dass sie das Volk für dumm verkaufen können? Kein Wort über die perfide Strategie und die entscheidende Rolle der USA in allen Konflikten. Das sagt schon alles, wenn der Hauptagitator nicht erwähnt wird. Zur Information: Die US Verantwortlichen bezeichnen uns in Europa als Bridget to Asia also als Asienbrücke. Die wollen keine funktionierende EU mit eigener Außenpolitik. Wir müssen aufhören die kriminellen Rohstoffkriege der USA zu unterstützen, die uns auch noch schaden. Journalisten die das unterstützen schaden ihrem eigenen Land und helfen den Weltfrieden zu torpedieren.

    André 13.02.2016, 20:07 Uhr:
    Der Westen bombt seit 5 Jahren und nichts wird besser,weil die amis keine Deppen finden die am Boden für ihre Geopolitik kämpfen wollen.Seit die russen bombadieren wird der IS schwächer.Das kann jetzt daran liegen das die Russen ein ende dieses Konfliktes wollen und die USA Kriege immer nur möglichst lange am laufen halten wollen um daran zu verdienen, um Geopolitischeneinfluss zu erhalten.Die Türkei bombadiert die Kurden denen wir Waffen liefern und die eigentlich die letzten verbliebenen,dem westen wohlgesonnenen, Bodentruppen in Syrien sind.Sie hinterfragen dies alles gar nicht sondern sagen einfach Putin ist böse und schlecht.Die USA hat überhaupt keinen Plan mehr oder alles dort ist Absicht beides kann es nicht sein.

    Pavel Deutscher 13.02.2016, 20:39 Uhr:
    Für mich ist Welt völlig aus den Fugen geraten. Die UNO, die NATO, die EU, die Russen und die muslimischen Staaten. Für die alle genannten ist Syrien ein Tummelplatz. Die Zivilisten in Syrien müssen dafür einen sehr hohen Preis bezahlen! Jeder der genannten schiebt dem anderen die Schuld zu. Schuldig sind Sie alle gleicher maßen! Eine Lösung nicht in Sicht! Die Eitelkeiten sind wichtiger wie die Menschenleben in Syrien!

    Peter Finken 14.02.2016, 10:10 Uhr: Wir befinden uns in der kompliziertesten Situation seit Ende des 2. Weltkrieges. Diese ist nur lösbar durch sofortiges Eingreifen der UNO, dafür ist die da, oder? Die Türkei und Saudi-Arabien sind von jeglichen militärischen Handlungen auszuschließen, Die Sicherheit in Syrien ist wiederherzustellen durch den gewählten Präsidenten Assad. Lieber ein Tyrann als fortwährend Krisen, und folgend Neuwahlen, ich wette die gewinnt Assad, die hier angezettelte Meuterei ist schiefgegangen, liebe Saudischen, liebe Türkei, liebe Amerikaner! Wenn es nicht gelingt sind wir alle im Eimer, auch in der EU auch in Deutschland.

    Leo Rauchwasser 14.02.2016, 10:15 Uhr:
    Syrien hin oder her, Frankreichs endgültige Absage zur Aufnahme von Flüchtlingen ist eine schallende Ohrfeige für Angela Merkel. Was wird sie jetzt tun? Ist sie fähig ihre Niederlage einzugestehen oder wird sie weiter gegen den europäischen Strom schwimmen, bis er sie und womöglich ganz Deutschland gleich mit dazu wegreißt? Vielleicht sieht sie jetzt ein, daß man nicht ein Millionenheer an Flüchtlingen ungeordnet und unkontrolliert auf eine dafür nicht vorhandene Infrastruktur in Deutschland, in Europa, loslassen kann, so tragisch das auch ist. Wenn sie so klug ist, wie viele behaupten, wird sie hoffentlich nicht warten, bis den Deutschen gar nichts mehr anderes übrigbleibt, als sich der AfD zuzuwenden.

    Björn 14.02.2016, 10:42 Uhr:
    Wenn sich in der Flüchtlingspolitik nichts ändert, auch mit den viel zu hohen monatlichen Standards pro Flüchtling in Deutschland, wird die Massenflucht nach Deutschland anhalten. Wenn das so weitergeht wie bisher sind Merkels Tage gezählt. Alle etablierten Parteien in Berlin erzählen uns von der ach so schönen multikulten Republik Deutschland. Der Protestwähler läßt sich nicht länger veräppeln.

    Kerstin Frantz 14.02.2016, 11:16 Uhr:
    Gebildete Journalisten wissen ganz genau das die USA in der Außenpolitik immer weiter nach den Leitsätzen Henry Kissingers verfahren: „Wer das Öl kontrolliert, der beherrscht die Staaten; wer die Nahrungsmittel kontrolliert, der beherrscht die Völker; und wer das Geld kontrolliert, der beherrscht die Welt.“ Dies wird auch nicht bestritten. Aber auch das Geld für einen Wiederaufbau in Syrien muss man sich leihen. Und wieder werden Staaten abhängig von Weltbank, Internationalem Währungsfond und indirekt der privaten US-Notenbank FED. Die führenden Persönlichkeiten all dieser Organisationen sind überwiegend israelische US-Amerikaner. Alles nachzulesen in offiziellen deutschen und amerikanischen Büchern. Die US-Eliten bzw. der militärisch-industrielle Komplex will die Herrschaft über die Welt; dies wird auch garnicht bestritten.

    Helmut Silva 14.02.2016, 11:29 Uhr:
    Feuerpause und Hilfskonvoys für Syrien – kann das die neue Massenflucht stoppen? Nein es gibt keine Feuerpause. Die Türkei bombardiert weiter die Kurden nach Lust und Laune, Russland die Al-Nusra-Terroristen, der Westen/USA bombardiert die IS-Terroristen. Der Westen/USA will weiter die IS-Terroristen bombardieren, Russland die Al-Nusra-Terroristen und die Türkei die Kurden. Jeder verlangt vom anderen er solle aufhören nur selber will man dies nicht tun. Das Ganze ist zum Scheitern verurteilt. Ob Türkei, Russland oder der Westen/USA, alle sind Kriegsverbrecher die mehr als billigend in Kauf nehmen, dass Zivilisten durch ihre Bomben ermordet werden und die ganze Syrische Infrastruktur zerstört wird. Wer soll oder will denn dort noch leben.

    Matthes 14.02.2016, 11:41 Uhr:
    Nach nur kurzem Googlen fällt mir gerade auf, das ausser Herrn Reuter alle an der Diskussion beteiligten Journalisten einschließlich des Moderators irgendwie mit der Atlantikbrücke zu tun haben. Ein Schelm der böses dabei denkt.

    Ingo Reichardt 14.02.2016, 11:42 Uhr:
    Wer Frieden will, darf nicht Waffen liefern. Mal sehen, wann uns als nächstes die Yemeniten "Guten Tag" als Flüchtlinge sagen, die von Saudi-Arabien zerbombt werden. Die letzte Genehmigung Waffen an Saudi-Arabien zu liefern, unterzeichnete Gabriel, unglaublich, es soll ein Sozialdemokrat sein.

    Helga Feucht 14.02.2016, 11:44 Uhr:
    Die Kommentare des Gästebuchs belegen, dass nicht nur die westlichen Politikeliten überfordert sind. Fakt ist, dass Russland als jahrzehntelanger Alliierter Syriens zu Recht und mit Recht dort gegen die sogenannte Opposition, in Wahrheit sind es die Aggressoren, kämpft. Die westliche Allianz hat keine völkerrechtliche Legitimation für irgendetwas in Syrien. Anders im Irak, wo die Regierung den Westen gerufen hat. Dass Russland seine Interessen in Syrien wahrt, ist vernünftig. Im Übrigen gibt es zu Assad keine Alternative. Oder doch? Dann nenne man/frau sie mir bitte. Ohne Assad zerfiele Syrien wie annodazumal Libyen ohne Gaddaffi. Wer will denn so was? Dass Zivilisten immer die Opfer sind, ist zu bedauern, aber nicht zu ändern, solange die Aggressoren sie als Schutzschilde missbrauchen.

    Wallenstein 14.02.2016, 12:25 Uhr:
    Das Russland Schwarze-Peter-Spiel ist ja lächerlich. Der "Westen" hat die gesamte Region seit über 100 Jahren destabilisiert und den Menschen dort das freie Selbstbestimmungsrecht und die Verfügung über ihre Rohstoffe vorenthalten. Wir sollten uns endlich mal raushalten und die Region sich selbst überlassen. Es gibt kein Gut und kein Böse, kein Schwarz und kein Weiß. Solange wir uns dort zu ungebetenen Gesprächspartner stilisieren wird es keinen Frieden geben. Wann bekommt die Region die Mögluchkeit zur freien Entscheidung über Regierungsformen und Stastenbildung. Das Ganze ist Kolonialpolitik pur und die Art der Diskussion zeugt von Herrenmenschendenken. Wir können, wenn es die arabische Welt wünscht, gern wirtschaftlich und humanitär helfen, aber die ewige Bevormundung, Waffenlieferung an vermeintlich Gute und Diffamierung vermeintlich Böser hat uns dorthin gebracht wo wir heute sind. Die Flüchtlinge sind genau da wo sie hingehören. Bei denen, die das alles verursacht haben und ...

    Kolcak 14.02.2016, 12:24 Uhr:
    Warum ist momentan Syrien ein Kriegsfeld geworden. Mit Demokratie kann es nicht zu tun haben, da viele weitere Länder viel höheren optiemierungsbedarf haben. Man spekuliert das Syrien einer der wenigen Länder vor dem Krieg war, das schuldenfrei war.

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