Dienstag, 16. Februar 2016

Ist der Krieg in Afghanistan schon vergessen? - Jedes vierte Opfer ist ein Kind

Thema: Afghanistan

Krieg in Afghanistan
Jedes vierte Opfer ist ein Kind

Mehr Talibanattacken: Die Zahl der verletzten oder getöteten Zivilisten erreicht einen neuen Höchststand.

2015 gab es 3545 Getötete und 7457 Verletzte: Grenzwache steht neben den Leichen der Aufständigen. (10.Februar 2016) (Bild: Keystone/Jalil Rezayee)
Im Konflikt zwischen Regierung und Taliban in Afghanistan sind nach Angaben der Vereinten Nationen im vergangenen Jahr 11000 Zivilisten getötet oder verletzt worden - so viele wie seit 2009 nicht mehr.

Die Zahl der Todesopfer sei binnen Jahresfrist zwar um vier Prozent zurückgegangen, die der Verletzten aber um neun Prozent gestiegen, erklärte die UN-Unterstützungsmission am Sonntag in Kabul.

Sie registrierte 3545 Getötete und 7457 Verletzte. Rund zehn Prozent aller zivilen Opfer seien Frauen, 37 Prozent mehr als 2014. Jedes vierte Opfer ist ein Kind - ein Anstieg um 14 Prozent, wie es weiter hiess.

Rückkehr an die Macht

«Das Leiden, das den Zivilisten zugefügt wird, ist völlig inakzeptabel», sagte der UN-Sondergesandte für Afghanistan, Nicholas Haysom. Er rief die Verantwortlichen auf, mehr zum Schutz der Zivilisten zu unternehmen und die Angriffe zu beenden.

Die 2001 vertriebenen radikalislamischen Taliban kämpfen um die Rückkehr an die Macht. Sie haben ihre Attacken verstärkt, seit 2014 die internationalen Kampftruppen abzogen. Für die Sicherheit im Land sind nun afghanische Kräfte verantwortlich, die von ausländischen Soldaten - auch deutschen - ausgebildet und beraten werden.

Mit freundlicher Genehmigung von 20min.ch

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