Sonntag, 27. Dezember 2015

Droht ein Parteiensterben in Deutschland?

Thema: Politik

Droht ein Aussterben der Parteien?
CDU, SPD, Grüne & Co mit Mitgliederrückgang konfrontiert -
Nur die AfD legt zu


Die deutschen Parteien sehen sich mit Parteiaustritten und stetig sinkenden Mitgliederzahlen konfrontiert. Die einzige Partei die an Mitgliedern zulegt ist die Alternative für Deutschland (AfD).

Die deutschen Parteien verlieren ihre Mitglieder: Die SPD hatte Ende November 445.534 Mitglieder, während es Ende 2014 noch knapp 460.000 waren, berichtet die "Berliner Zeitung" unter Berufung auf den Berliner Politologen Oskar Niedermayer. Die CDU hatte Ende November 446.859 Mitglieder und damit knapp 10.000 weniger als im vergangenen Jahr. Die CSU meldete für Dezember rund 145.000 Mitglieder und damit einen Verlust von 2.000 gegenüber dem Vorjahr.

Den Grünen und Linken geht es nicht besser. Auch diese Parteien verzeichnen einen Rücklauf der Mitgliederzahlen. Die FDP gab an, dass die Entwicklung der Mitgliederzahl stabil bei 54.000 sei. Doch auch bei den Liberalen gibt es leichten Rücklauf. Ende 2014 registrierten die FDP knapp 1.000 Mitglieder mehr.

Die einzige Partei die aktiv an Stimmen zulegt ist die Alternative für Deutschland (AfD). Aktuell zählt die AfD rund 19.000 Mitglieder.

Parteien bleiben optimistisch

Trotz sinkender Mitgliederzahl zeigen sich die Parteien optimistisch. So will die CDU in Zukunft verstärkt Frauen, junge Leute und Flüchtlinge ansprechen und damit an Wählerschaft gewinnen.

Außerdem würden auch "jeden Monat rund 1000 Menschen in die CDU eintreten", sagt CDU-Generalsekretär Peter Tauber.

Mit mehr Mitspracherecht und besserem Serviceangebot will die Partei den Bürgern einen Beitritt schmackhaft machen. Doch so einfach wäre das laut Niedermayer nicht. Es gebe genügend Gründe für die Bürger nicht in die Partei einzutreten beziehungsweise auszutreten und diese könnten die Parteien gar nicht beeinflussen.

Ein weiterer Grund für den Rücklauf an Parteimitgliedern wäre das altersbedingte Versterben. Dieser Umstand ergebe laut Niedermayer rund 1,5 Prozent weniger Mitglieder durchschnittlich im Jahr. Und obwohl viele junge Leute der Partei beitreten würden, wäre dieser Prozentsatz nicht einfach auszugleichen, fügt der Politologe hinzu. Dazu kommen auch noch die Austritte.

Jungend zeigt Interesse an Politik

Die jungen Leute seien zwar interessiert an politischen Themen, doch letzten Endes sei die Politik dann doch nicht "so prickelnd" wie viele am Anfang denken würden.

"Wenn so ein junger Mensch in den Ortsverein reinschnuppert und sieht, die beschäftigen sich nur mit der Abwasserzweckverbandsabgabe und man will die Welt retten, dann ist das nicht so prickelnd," sagt Niedermayer.

Die junge Generation beteilige sich politisch, aber eher durch andere Möglichkeiten, wie Online-Petitionen, Bürgerinitiativen oder Protesten. Viele würden sich auch lieber für ein bestimmtes Thema als eine komplette Parteiagenda einsetzen.

Die Parteien müssten sich an die neuen Gegebenheiten anpassen, meint der Linke-Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn, berichtet "Focus-Online". Vor allem gebe es das Bedürfnis in der Bevölkerung, sich mehr und direkter an politischen Entscheidungen zu beteiligen.

Trotz sinkender Mitgliederzahlen in den Parteien und veränderten Gepflogenheiten der Wähler ist ein Parteisterben eher nicht zu erwarten. (so)

Mit freundlicher Genehmigung von http://www.epochtimes.de

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