Freitag, 7. August 2015

Plasberg-Firma hat Ärger mit dem WDR

Thema: ARD / WDR

Umstrittene Einladung
Plasberg-Firma hat Ärger mit dem WDR

Fernsehmoderator Frank Plasberg ("Hart aber fair") hat Ärger mit seinem Sender, dem Westdeutschen Rundfunk (WDR). Wie die "Bild am Sonntag" (BamS) berichtet, hat die Produktionsfirma von "Hart aber fair", Ansager & Schnipselmann (A&S), Gäste für eine Veranstaltung der Versicherungswirtschaft eingeladen und dabei die Fernsehsendung erwähnt.

Frank Plasberg ist zusammen mit Jürgen Schulte Geschäftsführer der Ansager & Schnipselmann GmbH & Co. KG mit Sitz in Düsseldorf. Der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) hatte die Firma beauftragt, prominente Gäste für die Jahrestagung am 25. November in Berlin zu organisieren, die dort an einer Podiumsdiskussion teilnehmen sollen, wie ein GDV-Sprecher der "BamS" bestätigte.

Der Zeitung liegen eigenen Angaben zufolge Briefe vor, die unter anderem an Justizminister Heiko Maas (SPD) und den österreichischen Datenschützer Max Schrems gerichtet waren. Schrems ist durch Klagen gegen die Datenschutzregeln von Facebook bekannt geworden. Unterzeichnet wurden die Einladungen demzufolge nicht nur von A&S-Co-Geschäftsführer Schulte, sondern auch vom Chef vom Dienst der Redaktion "Hart aber fair", Arno Wiechern.

Moderieren soll die Veranstaltung die laut Schreiben "bekannte Autorin und ARD-Moderatorin Anne Gesthuysen", Plasbergs Ehefrau. Sie arbeitet dem Bericht zufolge inzwischen nicht mehr für die ARD und sieht deshalb keinen Interessenkonflikt.

"Vermischung von Redaktions- und Lobbyarbeit"

Der Medienprofessor Hektor Haarkötter kritisierte in der Zeitung die "komplette Vermischung von Redaktions- und Lobby-Arbeit, nur damit sich Herr Plasberg die Taschen vollmacht". Auch der WDR rügte laut "BamS" das Vorgehen der Firma: "Der WDR hat Ansager & Schnipselmann darauf hingewiesen, dass dies nicht zulässig ist und künftig zu unterbleiben hat. Ansager & Schnipselmann hat dies zugesichert."

Plasberg habe sich nicht äußern wollen, stattdessen habe Mitgeschäftsführer Schulte mitgeteilt: "Leider hat ein Mitarbeiter seine 'Hart aber fair'-Signatur verwendet und mir als Geschäftsführer ist das nicht aufgefallen." Die Sendung "Hart aber fair" ist derzeit in der Sommerpause. Laut Schulte arbeiten in dieser Zeit "Hart aber fair"-Redakteure auch für andere Produktionen. A&S produziert laut Firmen-Website auch andere Fernsehsendungen, darunter "Frag doch mal die Maus" und "Hirschhausens Quiz des Menschen".

Laut "Bild am Sonntag" bekam A&S im vergangenen Jahr für 33 "Hart aber fair"-Sendungen mehr als 6,9 Millionen Euro. Das entspreche rund 2800 Euro pro Sendeminute.

Quelle: t-online.de

Kommentare

sparifankerl
...aber anderen --z.B. südeuropäischen-- Ländern Korruption und Vetternwirtschaft vorwerfen.

franke12
Hart aber Fair hat mit dem Sprung ins Erste deutlich an fairem Verhalten gegenüber der Gäste verloren. Offensichtlich hat Plasberg beim Wechseln vom Dritten ins Erste an Überheblichkeit zugelegt!

Silesier
Das ist auch einer von den selbsternannten Hoheiten der Quasselspezis, die sich am öffentlich-rechtlichen TV bereichern.

Smoker1
Aus Plasberg wurde mittlerweile Prassberg ! Seit dem er seine eigene Produktionsfirma gründete, hat sich seine Weltanschauung komplett verändert ! Jetzt gehört er auch nur noch zu jenen, die uns einen kritischen Journalismus vorgaukeln wollen ! Die Dollarzeichen in seinen Augen sind unverkennbar geworden !

BonVoyage
Diese Verflechtungen zwischen Moderatoren und ihren eigenen Geschäftsunternehmen wie die Verflechtungen von Mitarbeitern mit ausgelagerten Film- und Produktionsfirmen zeigt nur: zu lasche Kontrolle dieses Gestrüpps und ignorante oder bewusste Täuschung über saubere Arbeit und private Unternehmenspolitik sind der Schwachpunkt der Sender. Ist solche Trennung überhaupt in den Verträgen festgehalten? Dann sollte man diesen Schwarzen Schafen kräftig rechtliche Nachhilfe geben und Bußgelder verhängen. Der NDR mit seiner Krimi und Drehbuchaffäre eines ausgelagerten "Unternehmens für Filmproduktion" sollte das bereits gelehrt haben: Kontrolle ist unverzichtbar.

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