Donnerstag, 13. August 2015

Immer mehr Menschen in Deutschland sind auf Grundsicherung angewiesen

Thema: Armut in Deutschland

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Armes Deutschland:
Mehr Menschen auf Grundsicherung angewiesen

Sie haben gearbeitet oder sie arbeiten und dennoch reicht das Geld vorne und hinten nicht. Immer mehr Menschen sind auf Grundsicherung angewiesen. Am häufigsten betroffen sind davon Frauen.

Immer mehr Menschen in Deutschland sind bei ihrem Lebensunterhalt auf Grundsicherung angewiesen. Besonders betroffen sind Frauen im Rentenalter in den alten Bundesländern. Schätzungsweise 1,004 bis 1,009 Millionen Menschen bekamen die staatliche Leistung im ersten Quartal 2015, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Ende 2014 waren es 1,002 Millionen, im Dezember 2010 waren es knapp 800.000 Personen.

Die exakte Zahlen für das erste Quartal konnte die Behörde aufgrund eines Softwarefehlers bei der Umstellung der Statistik aber noch nicht nennen. Bislang sei die Grundsicherung jährlich von den Landesämtern erfasst worden, seit 2015 werde sie vierteljährlich zentral vom Bundesamt erhoben.

Grundsicherung können Rentner bekommen und Erwachsene, deren Erwerbsfähigkeit dauerhaft gemindert ist. Der festgelegte Bedarf betrug im März 2015 durchschnittlich 758 Euro brutto im Monat. Netto waren es jedoch nur 460 Euro, weil Ausgaben für Wohnen und Heizen sowie das eigene Einkommen abgezogen werden.

Mehr als eine halbe Million Bezieher erhalten Grundsicherung im Alter. Auf diese sind besonders Frauen (61 Prozent) und vorwiegend in Westdeutschland angewiesen. Im März 2015 bezogen im früheren Bundesgebiet 34 von 1.000 Frauen und 28 von 1.000 Männern über 65 Jahre diese Hilfe. In den neuen Ländern einschließlich Berlin waren es jeweils 19 von 1.000 Frauen beziehungsweise 1.000 Männern.

»Noch liegt der Schwerpunkt bei der Altersarmut im Westen, aber künftig werden auch im Osten mehr Menschen betroffen sein«, gab Ulrike Mascher vom Sozialverband VdK zu bedenken. Für die Zunahme der Armut macht der VdK die Rentenentwicklung der vergangenen Jahre und die weite Verbreitung von Leiharbeit, befristeten Beschäftigungsverhältnissen und Minijobs, insbesondere bei Frauen, verantwortlich. Neben der Bekämpfung dieser Armutsrisiken fordert er, dass bei der Festlegung der Höhe der Grundsicherung mehr berücksichtigt werden müsse, ob jemand beispielsweise auf teure Medikamente oder ähnliches angewiesen sei.

Literatur:

Die Hartz-IV-Diktatur: Eine Arbeitsvermittlerin klagt an von Inge Hannemann
Gekaufte Journalisten von Udo Ulfkotte
Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen 2: erkennen-erwachen-verändern von Heiko Schrang

Quellen: Reuters/jungewelt.de/neues-deutschland.de vom 07.08.2015
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