Montag, 4. Mai 2015

Günther Jauch - 03.05.2015

die Gäste

Foto: ARD
  • Gregor Gysi, Die Linke, Vorsitzender der Bundestagsfraktion
  • Reiner Hoffmann Vorsitzender Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
  • Michael Hüther Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
  • Katja Suding FDP, Fraktionsvorsitzende in der Hamburgischen Bürgerschaft
  • Rainer Voss Ehemaliger Investmentbanker

Link zur Sendung: (hier)
Link zum Blog: (hier)


Das Thema:
Deutschlands Löhne - was ist unsere Arbeit wert?

Dazu schreibt die Redaktion:
Welchen Job machen Sie? Was verdienen Sie mit dieser Arbeit? Und fühlen Sie sich damit gerecht bezahlt? Wovon hängt für Sie eine gerechte Bezahlung ab?

Deutschlands Löhne - was ist unsere Arbeit wert?
Ob Erzieherin, Postzusteller oder Busfahrer: Sie alle gehen derzeit für mehr Lohn auf die Straße. Besonders die Erzieher verleihen ihren Forderungen Nachdruck – nachdem die Tarifverhandlungen gescheitert sind, stimmen sie nun über einen unbefristeten Streik ab. Ab Ende kommender Woche könnten Kitas bundesweit geschlossen bleiben.

Hinter den Demonstrationen und Streiks steckt jedoch nicht nur der Wunsch nach mehr Gehalt, sondern auch die Forderung nach mehr Wertschätzung ihrer Arbeit. Viele der derzeit Protestierenden halten ihren Lohn für ungerecht und nicht fair – ihre Arbeit sei deutlich mehr wert. Das müsse anerkannt werden, nicht zuletzt durch mehr Lohn am Monatsende.

Wer verdient in Deutschland wie viel? Welche Arbeit wird angemessen honoriert? Sind die Löhne fair? Was ist überhaupt ein „gerechter“ Lohn?

Der Kommentar des Blogschreibers



Kommentare aus dem Forum

Paulus schrieb auf Seite 4
Das Thema, wenn es in einer Talk-Show behandelt wird, fungiert als Beruhigungspille (der 1. Mai lässt grüßen), denn wir erleben gegenwärtig den Zynismus zur Lohn- bzw. Verteilungsgerechtigkeit, insbesondere mit Blick auf die Entwicklung der funktionalen (nach Einkommensarten) Einkommensverteilung für gesellschaftlich (und damit ökonomisch) so relevanten Fragen, wie die nach Bestimmungsgründen der Lohnfindung..
Aber das Thema ist nur Teilaspekt der allgemeineren Frage nach der Gerechtigkeit in einem Staate. In Platons Konzept (dem ältesten europäischen, aufgezeichneten Vorstellungen zur Problematik einer politischen Ordnung) ist "Gerechtigkeit" unverzichtbar für den Bestand des Gemeinwesens (obwohl Platon - kein Freund demokratischer Empfindungen - unter Gerechtigkeit ("jedem das Seine")) anderes verstand, als die politischen Akteure unserer Tage.
Nicht nur Karl Marx lange vor ihm , auch der (alt-neoliberale) Wilhelm Röpke war davon überzeugt, (abweichend von Platons Konzeption) der kapitalistische Staat wird nie die Interessen der Allgemeinheit (was immer das sei) durchsetzen, er kann nur Büttel einflussreicher Kräfte sein - unter welcher Partei-Fahne auch immer. Hier wird ein der politischer Grundirrtum von Willy Brandt sichtbar: "durch die Wahl der SPD wird der Staat zur Schutzmacht der kleinen Leute". Eine Abwandlung des Satzes von August Bebel: " Die SPD sei die Schutzmacht der kleinen Leute"
(wird fortgesetzt) Gruß Paulus

Paulus schrieb auf Seite 4
Fortsetzung:
Absolut gültige und berechenbare Formeln zur Lohnbestimmung kann es nicht geben. Ideen zur Gerechtigkeit sind dem Wandel unterworfen. Wenn aber die Daten zur funktionale Einkommensverteilung eine wachsende Spreizung von "oben" und "unten" anzeigen, wird die Empfindung von einer Zunahme der Ungerechtigkeit zur politischen Fragen wie "Was ist hier los?", "Wo wird das enden?" "Wohin gehrt die Reise?". Placebo`s und weiße Salbe wie von Frau Merkel gern ausgeteilt: "Es gab noch nie soviel sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Deutschland wie zur Zeit", wirken wie blanker Zynismus. Paradoxer Weise klammert die Frage nach der Gerechtigkeit der Lohnhöhe die wichtigere Frage nach dem Reservat der "Souveränität", wie es für die EZB interstaatlich inzwischen eingerichtet wurde, aus und geht damit am Kern des Verteilungsmechanismus vorbei. Mit der Geldmengen- und Zinspolitik kann mühelos jede Form der Lohnfindung - sei sie als gerecht oder nicht empfunden - in ihrer Wirkung überspielt werden.
Gruß Paulus

Maria schrieb auf Seite 4
Ich finde, dass Günther Jauch überbezahlt ist, und nicht nur Günther Jauch sondern auch alle anderen, die soviel verdienen wie er oder mehr. Dazu gehören sicher auch die obersten Banker und Industriebosse.
Keiner arbeitet zehn oder hundertfach mehr als ein einfacher Arbeiter, und hat darum auch nicht ein so exorbitantes Vielfaches verdient. Fast jeder ist auf die Arbeit anderer angewiesen und wäre ohne diese gar nichts.
Natürlich müssen aber auch Ausbildung und Leistung in die Bewertung mit einfließen.
Nichts gegen Günther Jauch persönlich.Er macht seine Arbeit gut. Es ist nur eine allgemeine Beurteilung, dass die da oben (z. B. Richter, Politiker, Medienfachleute, Banker) zu viel verdienen, so dass die unten von ihrem Gehalt nicht mehr leben können und aufstocken müssen, von späteren Renten ganz zu schweigen.
Kindergärtner sind weit unterbezahlt. Ebenso wichtig wie deren Lohnerhöhung ist eine Halbierung der Gruppenstärke, auch zum Wohle der Kinder.Urvertrauen muss in den beiden ersten Lebensjahren von der Mutter vermittelt werden,dadurch dass sie immer zur Stelle ist. Das kann eine Kindergärtnerin nicht leisten, obwohl man es vielfach von ihr verlangt.
Traurig finde ich es, dass ebenso wie bei der Bahn dafür längere Zeit gestreikt werden muss. Das belastet die Menschen und ihre Wirtschaft über die Maßen und sollte verboten werden. Für vieles andere wie Waffen und Ukraine ist ein Vielfaches an Geld da.

leevancleef schrieb auf Seite 6
Jobwunder Deutschland.
Geleistete Arbeitsstunden:
2000 57,7 Mio.
2014 58,5 Mio.
Reife Leistung der Politik, aber nachvollziehbar.
Millionen Arbeitsplätze wurden vernichtet und durch unterbezahlte Dreckarbeitsplätze ersetzt. Die Gewinne der Wirtschaft sind explodiert und der Pöbel verarmt immer weiter. H. Hüther, als Büttel der Unternehmer, wird's freuen. Aber es gibt auch Menschen, die gerne in Würde leben würden. Nun ja, jetzt kommen ja weitere Millionen Fachkräfte aus Afrika oder Ostblock. Werden die Löhne noch weiter fallen und - mit der FDP zu reden - alles wird gut.

Happy Pingu schrieb auf Seite 7:
Um welches Vielfaches mehr man sich heute mehr leisten kann als früher, zeigen auch gerne diese Beispiele, wie lange man mit einem Durchschnittsberuf im Büro oder an der Werkbank für diese Produkte 1960 und 2009 arbeiten musste:

Bezeichnung 1960 2009
250 g Butter 39 Min 4 Min
Herren-Anzug 68 Std 17 Std
1 Liter Benzin 14 Min 5 Min
Flaschenbier 15 Min 3 Min
500 g Bohnenkaffee 213 Min 19 Min
Briefporto 5 Min 2 Min
10 Eier 51 Min 8 Min
Fernseher 351 Std 38 Min 13 Std 23 Min
1 kg Edamer 112 Min 33 Min
2,5 kg Kartoffeln 17 Min 11 Min
1 Liter Vollmilch 11 Min 3 Min
1 Kinokarte 38 Min 28 Min
Damenkleid 26 Std 28 Min 6 Std 35 Min
Kühlschrank   156 Std 30 Min     23 Std 46 Min  
  1 kg Schweinekotelett   2 Std 37 Min 32 Min
200 kWh Strom 10 Std 7 Min 3 Std 29 Min
Damenstrümpfe 1 Std 13 Min 17 Min
Waschmaschine   224 Std 30 Min   32 Std 4 Min
1 kg Zucker 30 Min 4 Min

Alle obigen Beispiele gelten für „Durchschnittsverdiener!
krümelchen schrieb
Es ist kaum zu fassen. Ich arbeite als Vertretungslehrer (Seiteneinsteiger)mit abgeschlossenem Hochschuldiplom und unterliege einer Willkür vom Staat, der mit dem Mittelalter vergleichbar ist. Am Gymnasium hatte ich 2!! Gehaltsstufen E12 mehr, als Hauptschullehrer mit E 10 darf ich mehr Stunden arbeiten, bekomme eine schlechtere Bezahlung und schlechtere Lohnerhöhungen als vorher. Die Krönung ist aber, dass ich sogar meine Stufe die ich beim Gymnasium bezahlt bekam verliere, wenn ich 3 Jahre nicht am Gymnasium war. Was ist das für ein Schwachsinn? Mein Studium ist das gleiche geblieben, ich habe nur den Schultyp gewechselt, die Schüler mit über 90% Migranten sind super stressig. Die sind in Klasse 5 bereits sehr schwierig, die Pubertät beginnt immer früher. Sogar die Schulsekretärin bekommt weniger Gehalt als am Gymnasium. Wieso? Die Arbeit ist doch die gleiche!
Diese bescheuerte Gleichmacherei: jedem Kind die gleiche Chance...nette Idee aber schlicht unmöglich!!Die Elternhäuser sind nun mal verschieden und das lässt sich nicht mit anderen Einrichtungen auffangen.Man sollte die Eltern entsprechend in die Pflicht nehmen, die mal erziehen lernen sollten und konsequent in der Erziehung sein sollten. Das Elternhaus

Pressestimmen
TV-Kritik:
Günther Jauch
Die soziale Lage von Günther Jauch
In der Sendung von Günther Jauch wird über „gerechten Lohn“ gestritten. Leider verwechselte Jauch den Arbeitsmarkt mit Statusfragen. Diesen Fehler machen aber nicht nur gut bezahlte Fernseh-Moderatoren.
F.A.Z.

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Gehälter-Striptease bei Günther Jauch
Bei „Günther Jauch“ wird der Lohnzettel transparent gemacht: In der Debatte geht es um fette Banker-Boni und Niedriglohn-Empfänger. Im Laufe der Diskussion kristallisieren sich schnell sechs verschiedene Typen heraus
Focus

Danke Klaus für die Tabelle

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