Mittwoch, 8. April 2015

Der tschechische Präsident Milos Zeman verbietet sich Einmischung der USA in seine Moskaureise

Thema: Kalter Krieg
Deutsche Wirtschafts Nachrichten
Tschechien will sich von den USA Moskau-Reise nicht verbieten lassen

Der tschechische Präsident Milos Zeman hat den US-Botschafter zurechtgewiesen, weil dieser sich abfällig über Zemans Reise nach Moskau geäußert hatte. Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen den USA und einigen Regierungen in Europa.

Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman will zu den Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkriegs nach Moskau reisen.
Wer fühlt sich wohl dazu berufen, ihm Ratschläge zu erteilen?
Richtig! Der US-Botschafter Andrew Shapiro hatte gesagt, Zeman sei vermutlich der einzige Spitzenpolitiker eines EU Landes, der an diesen Feierlichkeiten teilnimmt.
In einem Interview gab der Präsident die richtige Antwort:
    „Ich kann mir nicht vorstellen, dass der tschechische Botschafter in Washington dem US-Präsidenten Ratschläge geben würde, wohin er reisen soll. Ich lasse mir in meine Reisepläne von keinem Botschafter dreinreden.“
Auf die Frage des Reporters ob er den Botschafter zu einem klärenden Gespräch einladen werde anwortete er:
    „Nach dieser Erklärung sind die Türen der Prager Burg für Botschafter Shapiro geschlossen.“
Das ist hoffentich die Sprache, die man in den USA versteht.

Quelle: Deutsche Wirtschafts Nachrichten

Kommentare

Huga sagt:
Mutig und richtig !
“Unsere” Merkel und/oder “unser” Gauck(ler) reisen evtl. einen Tag später an ...
Ist ja auch nicht so wichtig …
Bei ”Ich bin Charlie” oder GW-24.03.2015 ging innert kürzester Zeit jede Termin-Änderung... “Ein feste Burg ein Gott, doch nur Gesindel die Pfaffen” — passt da treffend werter Goethe

ehfrank sagt:
„Nach dieser Erklärung sind die Türen der Prager Burg für Botschafter Schapiro geschlossen.“ Auch der vertritt nur die Anmaßung auf Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten, welche noch sämtliche US-Regierungen der letzten 100 Jahre vertreten haben.
Es ist also völlig wurscht, wer da gerade Botschafter ist.

Detlev G. Pinkus sagt:
Die USA haben wirklich grosse Angst, dass sie Europa als sogenennten Verbuendeten verlieren. Mit solchen Methoden wie Andrew Shapiro sie anwendet, sind die USA auf dem besten Weg das auch noch zu beschleunigen. Es ist eine Unverschaemtheit, dass sich ein Botschafter in die inneren Angelegenheiten eines andewren Landes einmischt. Die USA haben in der Tschechischen Republik nichts zu sagen.

Armin Weiske sagt:
“Die USA mit ihrem fundamentalen Interesse kontrollieren alle Organe der Welt. Keine andere Macht hat das jemals getan, Aus diesem Grund intervenieren wir weltweit bei den Völkern, aber sie können uns nicht angreifen. Das ist eine schöne Sache.” George Friedmann 04.02.2015
US-Außenminister John Kerry, 8. Juli 2014: »Bei meinen Reisen als Außenminister habe ich das Verlangen nach amerikanischer Führung in der Welt erlebt wie nie zuvor.«

Rudi Ehm sagt:
Eine immer weniger vorkommende Art der Zivilcourage. Im Dickicht der Bündnisse werden doch sonst immer die kleinen Staaten domestiziert und laufen sonst als Anhängsel der „Kernstaaten“ mit. Aber die neuen Konflikte und wirtschaftlichen Ereignisse zeigen, dass gerade die östlichen Staaten noch einen Rest Ehre und Verstand behalten wollen. Sie sind befreit vom Warschauer Pakt und werden jetzt in der EU oder Nato vermanscht und seelenlos gemacht. Klar, dass sich da einige, gerade ältere, noch gegen wehren.
Wenn wir Glück haben, ist es gerade dieses Erkennen einiger Staaten und ihrer Bevölkerung, dass nicht alles Gold ist was glänzt, was aus Berlin über Brüssel kommt der Anfang davon, dass wir in Europa wieder zu einer vernünftigen Umgehensweise zwischen Staaten kommen, ohne gleich alle Eigenheiten und Denkweisen aufzugeben. Sowas macht mir immer Mut. Es entstehen immer mehr kleine und auch große gallische Dörfer.

AS sagt:
Die Amis müssen endlich erkennen, dass sie nicht den Ablauf der Weltgeschichte bestimmen können. Jedes Land , dass sich widersetzt, handelt richtig und hat meine volle Symphatie

Antonio sagt:
Da schau Mal einer an, da will sich der Herr Milos Zemann von einem US-Botschafter eine Reise nach Moskau nicht verbieten lassen? Der hat wohl vergessen,, daß in Prag nicht Frau Merkel regiert

Josef Wanner sagt:
Hier bricht auseinander, was nie hätte zusammengepresst werden dürfen. Jeder Alleingang eines Politikers in Europa verhindert die Einheitspartei und trägt zur Meinungs- und Interessenvielfalt bei. Es sind doch alle sooo für Vielfalt, nur nicht, wenn es um politische Ansichten und Schritte geht. Tschechien ist ein souveränes Land und muss sich von den Amis oder Deutschen nicht reinquaken lassen.

Gottfried sagt:
…zum Glück gibt es, trotz EU Mitgliedschaft, diese selbstständige Nationen
http://www.spiegel.de/politik/ausland/tschechien-und-die-slowakei-lehnen-stationierung-von-us-truppen-ab-a-973440.html

Eberhardt Breitling sagt:
Meine Hochachtung Herr Staatspräsident Milos Zeman , solche Politiker hätte ich in Deutschland auch gerne!

Walter Gerhartz sagt:
Zeman im Rundfunksender Frekvence 1:
“Ich fahre nicht wegen der Waffenparade hin. Ich fahre hin, um die 150.000 gefallenen Soldaten zu ehren”, erklärte Zeman in Anspielung auf die bei der Befreiung der Tschechoslowakei gefallenen sowjetischen Soldaten. Es handle sich um einen “Ausdruck der Dankbarkeit dafür, dass wir in diesem Land nicht Deutsch sprechen müssen”, was der Fall wäre, “wenn wir gehorsame Kollaborateure arischer Herkunft wären.

Christa sagt:
Wenigstens einer, der sich traut…
Bei Frau Merkel könnte man sich eine solche Entscheidung nicht vorstellen. Sie hat nie ein klares Ja oder Nein. Sie wird immer so handeln, dass sie nicht angreifbar ist. Präsident Zeman handelt aus Überzeugung, Frau Merkel so, wie man es von ihr kennt. Schwammig und immer so, dass sie keinen Schaden nimmt.

Walter Gerhartz sagt:
Die USA mischen sich überall ein
Die Reaktion ist angemessen. Wenn es zum Konflikt zwischen Russland und der EU kommt, ist die USA ja fein raus, weil ja weit weg. Da kann man schon hetzen und Unfrieden sähen. Euroland braucht Russland als Wirtschaftspartner aber nicht die USA. Die USA hat abgewirtschaftet und versucht durch erhoffte Rüstungsexporte ihre Wirtschaft zu retten.

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