Samstag, 7. März 2015

Italiens Premier Matteo Renzi redet mit Putin über Zusammenarbeit

Thema: Ungehorsam
Deutsche Wirtschafts Nachrichten
Italien ignoriert US-Vorgaben und redet mit Russland über Zusammenarbeit

Der italienische Premier Matteo Renzi hat bei seinem Besuch in Moskau Präsident Wladimir Putin nach Mailand eingeladen. Putin zeigte sich erfreut und hat Italien eine privilegierte Partnerschaft angeboten. Italien ist offenbar nicht gewillt, die EU-Sanktionen zum eigenen Schaden als das letzte Wort zu nehmen.

Italiens Premier Matteo Renzi
Foto: Presidenza della Repubblica
Italiens Premier, Matteo Renzi, befürchtet weitere Flüchtlinge aus dem Süden und sieht Russland in der Vermittlerrolle in Libyen. Ausserdem leidet Italien extrem unter den Folgen der Sanktionen gegen Russland. Präsident Putin bestätigte, dass sich die Krise auf den Handel mit Italien ausgewirkt habe, aber zum Aufbau der Beziehungen bot er Italien eine "priviligierte Partnerschaft" an. Laut Corriere della Sera wollen Russland und Italien in den Bereichen “Energiesektor, Maschinenbau und Atomindustrie” enger zusammenarbeiten. Italien sei einer der wichtigsten Handelspartner Russlands.

Erst kürzlich hatte der ehemalige EU-Kommissionspräsident Romano Prodi eingeräumt, dass die Sanktionen der italienischen Wirtschaft beträchtlichen Schaden zufügen.

Die Weigerung der Italiener am Kalten Krieg teilzunehmen, wird von den USA argwöhnisch beobachtet. Auch in Brüssel dürfte das Verhalten für Irritationen sorgen: Die EU-Außenbeauftrage Federica Mogherini ist Italienerin und wird von den Falken in Brüssel als unsichere Kantonistin angesehen: Sie hatte sich schon vor ihrer Bestellung ostentativ nach Moskau orientiert.


Kommentare

auweia sagt:
  • Wenn du merkst, dass ein Handel nicht durch Zustimmung sondern durch Zwang zustande kommt
  • wenn du erkennen musst, dass du, um zu produzieren, eine Erlaubnis von Menschen bekommen musst, die nichts produzieren
  • wenn Du siehst, dass Geld zu denen fließt, die nicht mit Waren handeln, sondern diese nur für sich ausnutzen
  • wenn du feststellst, dass manche Menschen durch Gaunereien und bezogene Vergünstigungen, Lügen, Täuschungen viel reicher werden als durch ehrliche Arbeit und deine Gesetze dich nicht vor ihren Machenschaften schützen, die Gesetze sie aber vor dir schützen
  • wenn du siehst, dass Korruption und Erpressung belohnt wird und Ehrlichkeit nur zu Selbstaufopferung führt
dann merkst du vielleicht, dass deine Gesellschaft zum Scheitern verurteilt ist.”
Ayn Rand, 1950

Und ganz besonders eine Gesellschaft, bei der nicht mehr derjenige das Schwein ist, der eine Schweinerei begeht sondern derjenige, der die Schweinerei aufdeckt!

joachim999 sagt:
“Die Amerikaner wollen schärfere Sanktionen gegen Russland – vor allem, um Russland als Energielieferant für Europa aus dem Markt zu drängen.”

Danke, liebe DWN: Endlich mal eine Zeitschrift, die sich das Unaussprechliche auszusprechen wagt: Bei der Ukraine-Krise geht es nicht um Politik – es geht auch nicht um Macht und Herrschaft – es geht nur ums Geld. Die USA sind ganz neuerdings kein Netto-Energieverbraucher mehr, sondern Netto-Energielieferant. Andere Haupt-Energie-Lieferanten der Welt sind Saudi-Arabien und Rußland.

Durch den unsinnigen Ukraine-Konflikt soll die EU gezwungen werden, den Lieferanten zu wechseln. Nur darum geht’s.

zauberberg sagt:
Gott sei Dank hat mit Italien nun auch eines der “großen” EU-Länder endlich den Mut, sich gegen den von den USA aufgezwungenen Sanktionsirrsinn aufzulehnen. Sehr gut. Es ist nicht einzusehen, dass wir uns hier ruinieren, direkt oder indirekt, nur um die Machtgelüste der Amerikaner zu befriedigen.

Bernd sagt:
Ich höre schon die US-Sonderbeauftragte Nuland in mäßiger Stimmung ihren berüchtigten Ausspruch wiederholen. Aus Gründen der Machtentfaltung ist es für die Europäische Union m.E. grundsätzlich schon richtig, gegenüber der Welt einig aufzutreten. Aber man sollte den Mut haben, wirklich eigenständige Interessen zu vertreten, was ich von den dt. Bundeskanzlern zuletzt Hr. Schröder durchaus attestiere.

Die Ukraine ist ein wertvolles Stück Ackerland im russischen Vorgarten, das man aus historischen wie geostrategischen Gründen selbstverständlich klar dem russischen Gärtner zuordnen möchte. Erst nachdem die weit entfernten USA versuchten, dies Land wegzuschnappen, zerren nun 2 Großmächte verbissen an diesem Land, wobei mir die ohnehin nicht mit Wohlstand gesegnete ukr. Bevölkerung leid tut.

M.Plachetka sagt:
Dass DE, also wir die Vasallen der USA sind, ist nichts Neues wegen abhandener Souveränität, aber dass sich Staaten wie Italien, Frankreich, Spanien, heißt Rest-Europa, sich vor den US-Hegemonial-Interessen beugen, kann ich nicht verstehen. Was ist hier seit wann passiert? Ich habe lange in FR (Ende der 70er Jahre) gelebt und damals hat man sogar versucht, amerikanische Begriffe wie “Computer” (hieß damals “Calculateur) verboten. Wo ist diese “kulturelle Freiheit ´geblieben? Warum wehren wir uns nicht gegen diese geopolitische kulturzerstörende USA nicht? Was tun wir eigentlich, um uns gegen Krieg zu schützen. Lasst uns die USA von unserem Kontinent verbannen, Frieden mit Russland und uns wäre geholfen!!!

Dreistein sagt:
Das ist die EU kein Land hält sich an irgendetwas sobald es ihm dadurch schlechter geht, Ausser der deutsche Trottel der hält sich natürlich Ordnungsgemäß an die Vorgaben des Amis äh der EU koste es was es wolle.
Was hat Russland uns oder der EU eigentlich getan? Nicht einmal das kann keiner erklären ohne das Wort Annexion in den Mund zu nehmen, wenn wir nun Jugoslawien als Maßstab nehmen Frage ich nochmal was hat der Russe uns gemacht?
Trotz aller Widrigkeiten hat er weiter Gas geliefert(wenn auch eigennützig) und seine Verträge eingehalten.
Italien macht für mich den richtigen Schritt auf Russland zu. Ami go home!

Detlev G. Pinkus sagt:
Das ist doch ein sehr guter Schritt. Der US-Geopolitiker Zbigniew Brzeziński sagt vor dem US-Kongress, dass Russland auch die Hauptstädte Estlands und Lettlands erobern wolle. Soviel Unsinn habe ich noch nicht gehoert. Russland will mit den Staaten in Europa in einer wirtschaftlichen und in anderen Bereichen Partnerschaft leben. Natuerlich birgt das Gefahren fuer die USA, aber einzig und allein was die geopolitische Einflussnahme in Europa betrifft. Zbigniew Brzeziński lebt noch in der Vergangenheit, denn die Vormachstellung der USA in der Welt broeckelt und broeckelt und ist nicht mehr aufzuhalten.
Fuer Italien und Russland ist dieser Schritt wirtschaftlich von grossem Vorteil, und das ist wichtig. Ob die USA sich aergern oder nicht ist in diesem Fall voellig unwichtig.

Rumpel Stielzchen sagt:
Alles (ich nehme mich da nicht aus) schaut gebannt zu den Protagonisten des Ukraine-Konfliktes und vergisst dabei ganz, daß hier möglicherweise ein ganz anderes politisches Kalkül dahintersteckt. >>> Wer spricht nun noch vom Freihandelsabkommen TTIP, das kurz vor dem Aufflammen der Streitereien Tagesthema war???

Könnte doch auch eine prima Möglichkeit sein um das Werk ganz unauffällig zu vollenden und dann schnell in trockene Tücher zu bringen, denn da geht es um weitaus mehr, als nur um ein (eigentlich) bankrottes Land!

Global sagt:
Das was sie schreiben gehört meiner Meinung zusammen.Durch die Schuldenunion und den Handelsabkommen werden alle Staaten der EU zu Knechten der Hochfinanz.

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