Donnerstag, 8. Januar 2015

Terrornschlag auf "Charlie Hebdo" - Zehntausende zeigen Solidarität

Thema: Terroranschlag
tagesschau.de
Anschlag auf "Charlie Hebdo"
Zehntausende zeigen Solidarität
Stand: 07.01.2015 21:18 Uhr
Nach dem Anschlag auf die Redaktion der Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" haben sich in vielen Städten Frankreichs Zehntausende zu Trauerkundgebungen zusammengefunden. Neben Paris waren es Städte wie Toulouse, Strasbourg, St. Etienne, Marseille, Nantes, Rennes, Toulon, Nizza und Clermont-Ferrand. Die Zeitung "Le Monde" berichtete von mehr als 100.000 Demonstranten im ganzen Land.


"Ich bin Charlie" - Demonstranten in Paris bekunden ihre Solidarität ...

... ebenso vor der französischen Botschaft in Berlin.
Nahe des Tatorts zeigten Studenten ihre Solidarität mit der Redaktion von "Charlie Hebdo". Sie trugen Schilder mit dem Spruch "Je suis Charlie". "Ich bin Charlie" war auch das Motto der Demonstrationen in Berlin, wo sich vor der französischen Botschaft zahlreiche Menschen einfanden. Auch in weiteren Städten, so in London und in Brüssel, bekundeten Menschen ihre Trauer.

Kurz nach der Tat hatte sich das Stichwort im Internet verbreitet. Unzählige Twitter- und Facebook-Nutzer verurteilten den Anschlag als Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit. Am Élysée-Palast und anderen offiziellen Einrichtungen in Frankreich wehen die Fahnen auf Halbmast.

Auch Vertreter der Muslime in Frankreich verurteilten die Tat. Vertreter von Christen, Muslimen und Juden waren zuvor bei Präsident François Hollande im Élyséepalast. Sie kündigten für Donnerstag ein Treffen an, um sich auf eine gemeinsame Initiative zu verständigen.
Quelle und Fotos: tagesschau.de

» der Kommentar des Blogschreibers «
Es scheint einfach nicht mehr anders zu gehen:
Der Terroranschlag ist gerade geschehen, schon sind die vermutlich Verantwortlichen ausgemacht. - Aufgrund von "Allah ist groß"-Rufen, die Zeugen gehört haben wollen, sind es Islamisten gewesen. Als ob niemand anderes das nicht auch rufen könnte!
Es wird nicht gefragt: "Wem nutzt es?" oder "wer hat ein Motiv" und danach recherchiert - es wird behauptet und beschuldigt, wie es gerade ins Bild passt.
Dabei sind die Parallelen erschreckend - 9/11 - MH17 - vorher Jugoslawien jetzt Paris usw. Handfeste Beweise scheinen nicht mehr benötigt zu werden, eine Behauptung reicht aus.
Denken wir daran, wie schnell die "Verantwortlichen" beim Bostonmarathon "feststanden" und welche Märchen damals erzählt wurden, wie George dabbelju schon wenige Stunden nach dem Einsturz der Türme des WTC wusste wer dahinter steckte und dass Saddamm Hussein angeblich Massenvernichtungswaffen hatte.
So schrecklich der Terroranschlag ist, so sehr man mit den Angehörigen der Opfer und den Verletzten mitfühlt, man sollte sich vor allzueiligen Beschuldigungen ohne jeden Beweis hüten.


Kommentare

von deployed
Mein Beileid den Angehoerigen. Lasst uns 12 Kerzen anzuenden und beten.

von PPI
Je suis Charlie que vive la démocratie!

von nordstern 2
Wo bleibt bitte die Entrüstung Deutschlands. Sogar im winterlichen Reykjavik wird seiner Trauer Ausdruck verliehen ich vermisse die Bilder aus Deutschland.

von Martinus
#je suis Charlie.
Der heutige Anschlag in Paris war ein barbarischer Akt, der sich gegen grundlegende Werte des Vereinten Europa richtete. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer sowie allen Verletzten und Traumatisierten.

von dummschwaetzer
Die angeblich freien Medien können nun beweisen ob sie bereits die Schere im Kopf haben und sich einschüchtern lassen oder ob sie wirklich noch frei in ihrer Berichterstattung sind, die sie wie eine Monstranz vor sich her tragen.
Wenn jede Zeitung morgen mit einem solidarischen Ausdruck auf der Titelseite der Karikaturen aufmacht, dann glaube ich Ihnen. Wenn auch in den Sendern frei die Karikaturen gezeigt werden, die als Vorwand für einen schäbigen Anschlag dienen. Dann glaube ich noch an freie Medien. Ansonsten ist die Pressefreiheit nur noch Makulatur.
Wir dürfen es uns nicht gefallen lassen, dass andere uns den Mund verbieten wollen und uns die Rechte nehmen wollen, die sie in ihren Ländern nicht haben. Aber ich glaube, diese rote Linie wurde bereits überschritten.

von weltoffen
Solidaritaet fuer "Charlie Hebdo"!
Ich auch !!

von Selbstmitdenker
Empörung, aber bitte keine Rache oder Retouren "Allah ist groß", schrien die Täter. Aber jeder Vernünftige wird mindestens still hinzufügen: "Aber erbärmlich klein sind menschlich-moralisch diejenigen seiner Anhänger, die so etwas tun!" Ich bin in der Trauer mit den Opfern. Aber ich hoffe dennoch, dass die grausame Tat intoleranter Verblendeter nicht am Ende weitere Intoleranz und Verblendung von anderer Seite her den Weg bahnen. Damit wäre den Opfern und der freiheitlichen Anschauung, wofür sie ermordet wurden, nicht geholfen.

von Riegsee
oh weh. Mein Mitgefühl den Opfern. Nun werden sich unsere Politiker wohl bei Pegida entschuldigen müssen.

von Phonomatic
#JeSuisCharlie die Täter werden ihrer Strafe nicht entkommen.

von PPI
@Nordstern 2 - Reykjavik?
Zunächst einmal haben Sie - ja: Sie persönlich - hier bei der TS Gelegenheit, Ihre Entrüstung zu erklären. Damit könnten Sie ein erstes Bild aus Deutschland abgeben. Drücken Sie Ihre Trauer aus, meinetwegen Ihre Wut, machen Sie Vorschläge, aber nörgeln Sie nicht gleich! Mit wenig Mühe finden Sie im Netz ein Bild aus Hamburg, wo das Theater ein Transparent "Je suis Charlie" aufgehängt hat. In Berlin drücken Menschen auf dem Pariser Platz ihre Empathie aus. In Köln soll es Solidaritätsbezeugungen geben, auch in München, sicher auch in Münster, Bonn und anderswo. Und ich bin überzeugt, habe aber noch keinen Hinweis darauf gefunden, dass es auch in Dresden Menschen gibt, denen Solidarität (was etwas anderes als Kumpanei ist) etwas bedeutet und die ihre Solidarität angemessen auszudrücken wissen.

von Falk Hündorf
Diffuse Ängste...
Ich finde, Fr. Merkel sollte den Angehörigen der Opfern in Paris ins Gesicht sagen, dass es keine Islamisierung in Europa gibt und dass die Angst davor völlig diffus ist und von mangelnder Bildung herrührt!

von denk-mal
Zentralrat der Muslime. Danke an Herrn Mazyek für die sehr klaren Worte.
Mein Gedenken den Toten, mein Beileid den Angehörigen und Freunden.

von Light1
Bestialisches Mordgesindel
Diese hohlen Verbrecher benehmen sich in der Tat wie Tiere. Sie töten rein mechanisch. Ich hoffe, man fängt sie ein.
Aber was ich auch sagen muss: Satire, die andere beleidigt, muss nicht sein. Aber sie ist längst schon von der Bevölkerung akzeptiert und wird überhaupt nicht mehr als Beleidigung gesehen, was sie defakto ist.

von ooo-2
Die Verhöhnung des Islam war politisch gewollt.
Es sollte jedem klar sein, dass dieser Anschlag ohne die geopolitischen Begleitumstände niemals stattgefunden hätte. Ohne die westlichen Kriege in islamischen Ländern, ohne die parallel gezielt verbreitete mediale "Terrorisierung" des Islam hätten westliche Medien weder mit den sogenannten "Mohammedkarikaturen" öffentliches Aufsehen erregt, noch gäbe es derart radikalisierte Fanatiker, die meinen, ihren Glauben mit brutalen Massakern "verteidigen" zu müssen. Islamistische Terroristen sind nicht das Produkt einer Religion, sondern das Produkt westlicher Verbrechen von Afghanistan bis Syrien.

von Rock Lesemich
NUR grausamer Unsinn erklärt das jetzt den Freunden und Angehörigen der Toten.
Auch islamische Verbände in Europa appelieren gegen diese Organisationen.
Fakt: keine Religion der Welt beauftragt Mörder zu Töten.

von Laskaris
Moi aussi: je suis Charlie
Das Massaker in der Redaktion von "Charlie Hebdo" ist ein Anschlag auf die Meinungs- und Pressefreiheit, wie man ihn in dieser Brutalität auch in der an Gewalt wahrlich nicht armen Geschichte des modernen Europas selten gesehen hat. Ich möchte den Angehörigen und Freunden der Opfer mein Beileid aussprechen.
Jetzt den Rechten nachzulaufen, die am liebsten gar keine Zuwanderung hätten, wäre die falsche Reaktion. Die große Mehrheit der Muslime in Europa sind friedliebende, nette Menschen und entsetzt über solche Anschläge.
Zugleich sollten wir uns aber nicht in die eigene Tasche lügen und so tun, als hätten solche Taten "gar nichts mit dem Islam zu tun". Selbstverständlich gibt es einen kausalen Zusammenhang zwischen Islam und Islamismus. Und das hat auch etwas mit dem Koran zu tun, Stellen wie dem "Schwertvers" und damit, dass der Islam im Gegensatz zum modernen Christentum nicht von der Aufklärung "gezähmt" wurde. Auch dies sollte, gerade von Muslimen, kritisch diskutiert werden.

von schiebaer45
Auch mein Beileid gilt den Angehörigen der Opfer dieses barbarischen Anschlag. Auch ich bin der Meinung das alle Zeitungen hier bei uns auf den Titelseiten Karikaturen aus der Feder der Karikaturisten bringen sollten um ein Zeichen zu setzen um diesen verdammten Idioten zu zeigen wir lassen uns von euch nicht einschüchtern. Es geht um Meinungsfreiheit hier in Europa und das ist ein sehr schwer erkämpftes Gut hier bei uns ,das lasen wir uns von Idioten nicht kaputt machen. M.M.

von Politikerkarriere 1
und Deutschland ? Wo bleibt die Entrüstung aus Deutschland und der Politik? Wäre es ein rechter Anschlag,hätte man sich im ganzen Land entrüstet und 100000 wären auf die Straße gegangen,genau diese Unterschiede treibt die Menschen zu PEGIDA,man hat es satt das man immer mit zweierlei Maß misst. Und man berichtet hier nur von Tätern,während im Rest der Welt von islamistischen Terroristen spricht. Genau das will man in D eben im Vorfeld verhindern,das man von Islamisten spricht.Und schon bei den Mohamed Karikaturen hat die Presse sich einschüchtern lassen und den Schwanz eingezogen,das ist genau der falsche Weg,Es müsste heißen,jetzt erst recht,das wäre das richtige Signal. Es ist erschreckend wie man sich in D verhält. Hoffentlich werden die Mörder bald gefunden.

von tobeorwhat
Solidarität Nur 100.000 Demonstranten im ganzen Land laut "Le Monde" ?
Wo ist der Rest der Bevölkerung Frankreichs?
Hier hat ein menschenlebenverachtender Angriff auf die Demokratie und die Pressfreiheit im Herzen Europas, im Lande Voltaires, im Land der Revolution gegen die Tyrannei stattgefunden! 12 Menschen sind für die Meinungsfreiheit ermordert worden.
Und dann nur 100.000?

von Fjordspringer
Je suis Charlie!

von WL
Werbung in der Tagesschau
Die Mordtat dieser religiösen Fanatiker ist abscheulich und dreht mir den Magen um. So angeschlagen kann ich noch weniger verstehen, warum die Tagesschau es nicht lassen kann, Werbung für irgendwelche Firmen zu machen: immer und immer wieder kommt das vor. Was soll das?
Auszug: "Unzählige [name 1]- und [name 2]-Nutzer verurteilten den Anschlag als Angriff auf die Presse- und Meinungsfreiheit."
Und warum wohl "unzählige"? So diese Nutzer ihre Meinung in einem sogenannten sozialen Netzwerk hinterlegt haben, sind sie nicht unzählbar.

von deployed
BBC hat hat zwei Karikaturen gezeigt



1 Kommentar :

  1. Hallo Gerd, hallo Lesende,

    schon wieder bist auch du einiger der Wenigen, die sich aufs Glatteis wagen und Fragen stellen.
    Für die Masse wird eine solche Denkweise in Richtung Verschwörungstheorie abgetan.
    Die gezielte Meinungsmache hat die Menschen im Griff.
    Was wissen wir den wirklich ?
    Es waren eiskalte Mörder am Werke und der Anschlag galt einer satirischen Presseorgan, dass sich seit Jahren mit der Verlogenheit von Religionen allgemein auseinandersetzt.
    Wer weiß definitiv wer nun in Paris wirklich für die Morde verantwortlich ist?
    Religiöse Fantasten, bewusst verführt von uneinsichtigen geistlichen Führern ?
    Waren es Auftragskiller von interessierten Kreisen ? Stecken Geheimdienste dahinter?
    Noch sind wir in der Phase, wo Zweifel bestehen können und Hintergründe hinterfragt werden müssen. Ein Blick in die Vergangenheit zu Terrorakten , oder aktuell die Vorgänge zum NSU sind zumindest angebracht.
    Fakt ist aber auch, dass nun sofort in D. von den bekannten Leuten nach Vorratsspeicherung und Überwachung gerufen wird. Warum wohl?
    Müsste man sich auch nicht mal der Frage widmen, wer eigentlich hauptverantwortlich für das „produzieren“ von Terroristen ist?
    Wenn ich heute kurzzeitig (später entfernt) in einem Forum gelesen habe, dass der Fußballverein RB Leipzig sich es wagt nun einen israelischen Nationalspieler verpflichten zu wollen und so was in der Heldenstadt Leipzig gar nicht geht und das ganze österreichische Gesindel, damit ist Red Bull als Hauptsponsor gemeint , verschwinden soll, weiß ich in welche Richtung die angesagte Demo von Legida in Leipzig hinführt. Besagter Schreiber gehört wohl mit zu den Organisatoren besagter Demo. Nun geht es nicht nur gegen den Islam, sondern auch schon wieder gegen Juden.
    Wo soll eine solche Entwicklung nur noch hinführen?
    Die Menschen rebellieren gegen Zustände in den Ländern, leider sehen sie aber nicht die wahren Schuldigen ihrer Situation und suchen sich die Falschen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ralf Nietzschmann

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