Donnerstag, 15. Januar 2015

Bundesregierung verweigert Stellungnahme zu Jazenjuks Interview

Thema: Geschichtsfälschung
RT-Deutsch
Bundesregierung verweigert Russland Stellungnahme zu Jazenjuks Aussagen bei ARD-Interview

Moskau hat nach den revisionistischen Äußerungen zur „sowjetischen Invasion der Ukraine und Deutschlands“ des ukrainischen Premierministers im deutschen Staatsfernsehen ARD von der Bundesregierung eine offizielle Stellungnahme angefragt. Diese wurde von Berlin verweigert. In Russland wachsen Sorgen, dass Deutschland seine offizielle Haltung zum Zweiten Weltkrieg revidieren will. Derweil verstrickt sich die ARD in weitere Widersprüche.

Quelle: Jewgenij Chaldej / Getty Images
„Diese Äußerung hätte meines Erachtens eine Reaktion der deutschen Behörden hervorrufen müssen. Sie hätten zu verstehen geben müssen, dass sie mit einer solchen Äußerung nicht einverstanden sind. Die Weigerung, das zu tun, lässt den Verdacht zu, dass Deutschland bereit ist, seine offizielle Position zum Zweiten Weltkrieg zu revidieren.“

Mit diesen Worten zitiert die russische Zeitung Iswestija den Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, Alexej Puschkow, in einem Interview am heutigen Montag.

Laut Puschkow, bestand bisher der offizielle Standpunkt Deutschlands darin, dass das Handeln der Anti-Hitler-Koalition über alle Maßen legitim war und dass Deutschland von den Alliierten als Folge des Krieges von Hitler-Faschismus befreit worden.

„Nun sehen wir aber ein deutliches Abrücken von der offiziellen Position“, so der Außenpolitiker abschließend.

Jazenjuks Aussage hatte insgesamt für große Empörung in Russland gesorgt. Viele politische und mediale Vertreter werteten seine Äußerungen bei der ARD als Rechtfertigung des Nationalsozialismus.

Währenddessen hat die ARD auf ihrer Facebook-Seite eine Rechtfertigung angesichts der zahlreichen kritischen Leserzuschriften und Kommentaren zu dem unkritischen Umgang der ARD-Nachrichtensprecherin Pinar Atalay mit den Aussagen von Jazenjuk veröffentlicht. Und diese hat es in sich:

Quelle: ARD Facebook-Seite

„Eine Intervention durch die Moderatorin war inhaltlich wie technisch aufgrund der Simultan-Übersetzung nahezu unmöglich“, argumentiert das Qualitätsmedium „Tagesthemen“ und versucht damit mal wieder, die Zuschauerschaft für dumm zu verkaufen. Das Interview war eine Voraufzeichnung und war bereits technisch nachbearbeitet worden, zudem hätte ARD-Moderatorin alle Möglichkeiten gehabt im Nachhinein zu den Aussagen Stellung zu beziehen oder auch direkt während des Interviews kritisch nachzufragen.

Noch absurder ist die Argumentation, dass durch die Benutzung des englischen Begriffes „invasion“ und der Übersetzung mit „Anmarsch“ die Moderatorin angeblich nicht mehr wusste, auf was sich der ukrainische Premierminister bezog. Wie schrieb doch der Freitag passend in diesem Kontext:
    „Vielleicht hätte Herr Jazenjuk seinen Standpunkt mit einem ordentlichen Hitlergruß deutlicher machen sollen.“
Mehr lesen: Jazenjuks neonazistisches Geschichtsverständnis in der ARD

Auffallend ist in diesem Zusammenhang wie die deutsche Medienlandschaft mit dem Interview umgegangen ist. Sie hat es, von einigen kritischen, alternativen Medienportalen abgesehen, zum größten Teil einfach ignoriert.

Das Schweigen der deutschen Medien zu diesem Interview kontrastiert scharf mit der Vehemenz mit der sich die deutsche Presse vor mehreren Wochen dem ARD-Interview mit dem Präsidenten der Russischen Föderation Wladimir Putin und dem Interviewer Hubert Seipel. Aber dann hätten die deutschen Medien ja auch ihre gesamte bisherige Ukraine-Berichterstattung hinterfragen müssen. Dann doch lieber in guter Merkel-Manier aussitzen oder totschweigen.

Immerhin hat die ständige Publikumskonferenz der öffentlich rechtlichen Medien mittlerweile Programmbeschwerde, “wegen des unkommentierten Bereitens eines Podiums für geschichtsrevisionistische Darstellungen des ukrainischen Ministerpräsidenten Jazenjuk innerhalb der ARD Tagesthemen vom 07.01.2015″, eingereicht.

Kommentare :

  1. K.Förster15.01.15, 00:13

    "Endlich hat man sich in Deutschland aufgerafft, die merkwürdigen Worte des ukrainischen Gastes
    der Bundesrepublik Deutschland, des ukrainischen Premierministers Jazenjuk zu kommentieren.
    Man stuft seine Äußerungen als „Freiheit des Wortes“ ein.
    Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland kommentierte eine Note des russischen
    Außenministeriums zum Verhalten und zu Äußerungen des ukrainischen Premierministers während
    seines Besuches in Deutschland in der vergangenen Woche. Man bezeichnete die Äußerungen
    Jazenjuks, dass die Sowjetunion während des Zweiten Weltkrieges in die Ukraine und Deutschland
    eingefallen ist, als „Freiheit des Wortes“.
    Der Vertreter des deutschen Auswärtigen Amtes Martin Schäfer formulierte:
    „So wie jeder andere Politiker oder Bürger in Deutschland, so kann auch der Regierungschef der
    Ukraine seine Meinung und seinen Standpunkt in den Massenmedien darlegen.“
    ( kaliningrad-domizil.ru )

    Genügt das?

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  2. Hallo Klaus, hallo Lesende,

    wenn die Äußerungen von Jazenjuk mit „Freiheit des Wortes“ begründet werden, sieht man mal wieder, wie der große Teil unserer Medien, diesmal die ARD, Meinungsmache betreiben.
    Ich kann mich auch nicht erinnern, dass die ARD Jazenjuk beim eindeutigen Hitlergruß gezeigt hat, Bilder dazu gibt es ja zu Genüge im Netz.
    Die gleiche ARD verdammt aber gleichzeitig Demonstranten, oder freie Blogger, Foristen, wenn sie das Wort Lügenpresse verwenden und bringen diese sofort mit den Nazis in Verbindung.
    Ich habe lange überlegt das Wort Lügenpresse nicht zu verwenden und habe eher von Meinungsmache geschrieben. Aber gerade die Ereignisse der letzten Tage veranlassen mich, Darstellungen, egal ob in Schrift, Bild oder Ton als Lügen zu bezeichnen, wenn ich sie nach meinen Empfinden so einschätze.Wenn sich die ARD, bei Jazenjuk auf „Freiheit des Wortes“ beruft kann jeder auch das Wort Lügenpresse verwenden, wenn er es so empfindet, oder gar den Beweis antreten kann, das es so war und ist. Beispiele der Lüge gab es ja nachgewiesener Weise nicht nur einmal in den Qualitätsmedien und im ÖRF.
    Passend dazu auch die Rechtfertigung von Dr. Kniffke, ARD zu der manipulierten Übertragung aus Paris. http://blog.tagesschau.de/2015/01/13/die-verschwoerung-von-paris/#comment-82651
    Ich behaupte, dass fast alle Zuschauer die diese Demonstration verfolgt haben, auf Grund der Kameraführung und der Kommentare den Eindruck gewinnen mussten, das diese „ Volksvertreter“, oder offiziell Regierungschefs, mit dem Volk gemeinsam demonstriert sind, In Wirklichkeit eine erbärmliche „Show“. Wie soll man das nun bewerten, wenn man die ARD u.a. Medien auch gesehen oder gelesen hat?
    Manipulation, Lüge, Verarschung der Zuschauer und Leser?
    Nun bin ich ja bestimmt kein Anhänger von Pegida, aber ist es nicht erbärmlich, wenn Pegidaanhängern vorgeworfen wird mit Trauerflor demonstriert zu sein, aber gleichzeitig hier so eine Veranstaltung vom ÖRF zur Selbstdarstellung dieser Politiker mit verantwortlich inszeniert zu haben.
    Ich denke schon, dass ein großer Teil der Menschen Verständnis gezeigt hätten, wenn man im Vorfeld die Teilnahme dieser Politiker als gesonderte Demo erwähnt hätte.
    Nun beschwert sich Kniffke und lässt Kritik nicht gelten.
    Zitat:
    Deshalb macht es mich ratlos, nein, es macht mich richtig sauer, wenn die taz-Chefredakteurin Ines Pohl, die ich nun wirklich schätze, bei dpa solch einen Satz raushaut: “Leider belegt der Umgang mit den Bildern des Pariser Marsches der Mächtigen, dass das Wort ‘Lügenpresse’ nicht nur ein Hirngespinst der Pegida-Anhänger ist, sondern dass die Wirkung der Bilder – übrigens auch für deutsche Medienmacher – manchmal wichtiger ist als die Dokumentation der Realität.”
    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
    Ich erinnere nur an das Bild des angeblich russischen Separatisten an der Abschußstelle der MH 17 mit dem Teddybär.Verkauft werden sollte gerade auch in der ARD Zuschauern die Grausamkeit dieses russischen Separatisten, zum Glück konnten aber Roth von den Tagesthemen überführt werden, da das Video im Netz in Gänze etwas anders zeigte. Eine Entschuldigung des Roth für diese bewusste Falschdarstellung/ Lüge habe ich bis heute vermisst, oder sie ist mir entgangen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Ralf Nietzschmann

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