Mittwoch, 17. Dezember 2014

Russland erwägt Reaktivierung der Atomraketen-Züge

Thema: Neuer Rüstungswettstreit?
RIA Novosti
Russland erwägt Reaktivierung von Atomraketen-Zügen

Russischer Atomraketen-Zug © Photo JSC RZD
MOSKAU, 16. Dezember (RIA Novosti)
Russland könnte demnächst seine Eisenbahn-Raketentruppen wiederbeleben, schreibt die "Rossijskaja Gaseta" am Dienstag.

Das könnte eine schlechte Nachricht für Washington werden, denn einst galten diese Kräfte als nahezu unverwundbar, weil mit Raketen bewaffnete Züge von üblichen Passagierzügen aus der Luft bzw. aus dem Weltall kaum unterschieden werden konnten. In den 2000er-Jahren zwangen die Amerikaner Moskau, zunächst die Raketenzüge aus dem Verkehr zu ziehen und später zu entsorgen. 2005 wurden alle Raketenzüge im Sinne des im Januar 1993 von den Präsidenten Boris Jelzin und George Bush Sr. unterzeichneten START-II-Vertrags außer Betrieb gesetzt. 2007 wurde die letzte Rakete für Eisenbahnkomplexe entsorgt.

Angesichts der wachsenden Spannungen zwischen Russland und dem Westen scheint die Wiederbelebung der Eisenbahn-Raketentruppen ein angemessener Schritt zu sein, zumal dieser Schritt laut Experten dem 2010 unterzeichneten START-III-Vertrag nicht widersprechen würde.

Das Problem ist nur, dass diese Waffen in der Ukraine entwickelt und gebaut wurden. Vertreter der russischen Strategischen Raketentruppen behaupten jedoch, dass die ersten neuen Raketenzüge bereits in drei bzw. vier Jahren gebaut werden könnten.

Russischer eisenbahngestützter Raketenkomplex BZRK
© Photo Pressedienst der Strategischen Raketentruppen Russlands
Der Optimismus stützt sich darauf, dass Bulawa-Feststoffraketen für Atom-U-Boote bzw. deren bodengestützte Version RS-24 Jars modifiziert und auch auf Zügen aufgestellt werden können.

Experten zufolge könnten die russischen Feststoffraketen noch besser als ihre ukrainischen „Schwestern“ sein, die derzeit als einmalig nach ihren taktischen und technischen Eigenschaften gelten.

Was ist eigentlich ein Eisenbahn-Raketenkomplex? Es handelt sich um einen Zug, dessen Wagen unverwüstlich und äußerst standfest sind: Selbst eine Explosion eines Atomsprengkopfes in einer Entfernung von Hunderten Metern übersteht dieser Zug unbeschädigt. Ein solcher Zug kann einen Monat lang völlig autonom betrieben werden. Die darauf installierten Raketen können binnen weniger Minuten zum Abschuss bereit gemacht werden. Die auf Bulawa-Basis entwickelten Raketen können 10 000 Kilometer weit fliegen, wobei die Treffgenauigkeit in einem Radius von 100 Metern zum Ziel liegt. Bilder eines Atomrakentenzugs
Quelle: RIA Novosti

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