Sonntag, 14. Dezember 2014

ARD - der zwangsfinanzierte Staats-Propagandasender zur CIA Folter

Thema: ARD Propaganda
RTDeutsch
Erneut erwischt bei Zuschauermanipulation:
ARD-Tagesthemen verharmlosen und relativieren CIA-Folter

Bei den am 11. Dezember ausgestrahlten ARD-Tagesthemen wurde der CIA-Folterskandal mittels der Befragung eines mutmaßlichen russischen statt eines US-amerikanischen Folteropfers relativiert sowie durch manipulative Zuschneidung von Archivaufnahmen des deutschen Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz verharmlost.


Quelle: Screenshot ARD
Ihren Beitrag unter dem Titel „Reaktionen auf CIA-Folterbericht“ beginnen die Tagesthemen mitnichten mit einem Beitrag zu einem CIA-Folteropfer, sondern stattdessen mit einem extra zu diesem Zweck geführten Interview mit einem Tschetschenen, der angeblich von russischen Soldaten auf offener Straße entführt und zwei Tage lang gefoltert wurden sei. Zu den Hintergründen des Mannes erfährt man fast nichts.

Doch die propagandistische und relativistische Absicht der ARD ist klar. Indem man den Beitrag nicht mit einem CIA-Folteropfer sondern mit einem Opfer mutmaßlicher Folter durch russische Soldaten beginnt, versucht man dem Zuschauer zu suggerieren, gefoltert wird überall, insbesondere in Russland. Dass es im Gegensatz zu den USA keine Beweise für systematisch angeordnete und durchgeführte Folter in Russland gibt, bleibt in dem Bericht, wen wundert es, völlig unerwähnt. Von weltweit betriebenen illegalen Folterzentren („black sites“) ganz zu schweigen.

Den zweiten, weit schwerwiegenderen Versuch der Zuschauermanipulation unternimmt die ARD jedoch im zweiten Teil des Beitrages.

Nachdem das mutmaßliche russische Folter-Opfer im Interview davon berichtet hat, wie es von den russischen Soldaten zusammen geschlagen und angeschrien wurde, zeigen die Tagesthemen zugeschnittene Archivaufnahmen eines Interviews mit dem deutschen Guantánamo-Häftling Murant Kurnaz vom Mai 2009. Die einzige Form der CIA-Folter die in diesem Ausschnitt zur Sprache kommt, ist eine Schlafdecke, die ihm nur gegeben wurde, um sie ihm dann, in einem Versuch der Erniedrigung, wieder wegzunehmen.

Die Botschaft für den Zuschauer ist mehr denn manipulativ und verharmlosend: Das mutmaßliche Folteropfer der russischen Soldaten wurde brutal zusammengeschlagen, die Foltererfahrung des Guantanamo-Gefangenen beschränkte sich auf die Wegnahme seiner Schlafdecke.

Der Bericht geht mit keinem Wort darauf ein, dass, wie die Propagandaschau in Erinnerung ruft, „Kurnaz tagelang an Ketten aufgehängt, mit Elektroschocks, Kälte und Hitze gefoltert wurde“. Bildmaterial mit weit drastischeren Aussagen des ehemaligen deutschen Guantánamo-Häftling liegen auch in den Archiven der ARD, nur hätte das natürlich nicht in das beabsichtigte manipulative Narrativ des mit öffentlichen Steuergeldern finanzierten staatlichen Fernsehkanals gepasst.

Ebenfalls unterwähnt blieben die nicht unerheblichen Vorwürfen Kurnazs, dass auch deutsche KSK-Soldaten Misshandlungen an ihm vornahmen.

Aufschlussreich ist auch, dass der Beitrag mit dem mutmaßlichen Folteropfer aus Tschetschenien beginnt und abschließt. Zudem wird ihm ungefähr doppelt so viel Sendezeit eingeräumt wie dem deutschen CIA-Folteropfer Kurnaz.

Verfasst hat den Tagesthemen-Beitrag der ARD-Journalist- Jürgen Kreller. Als erstes auf diese ARD-Manipulation hingewiesen hat das Onlineportal Propagandaschau.


Zeit-online
ZEIT ONLINE: Sie erlebten in Kandahar und Guantánamo Verhörmethoden, die gegen die Menschenrechte verstoßen: Waterboarding, Aufhängen an den Armen, Isolationshaft in Hitze- und Kältekammern, Schlaf- und Essensentzug. Hätte der Film die Folter stärker zeigen sollen?

Kurnaz: Nein. Die Wirklichkeit ist so brutal, dass man sie kaum zeigen kann. Die Filmcrew hat sich deshalb entschieden, manches nur anzudeuten und eher einen psychologischen als physischen Aspekt der Folter zu zeigen. Wahrscheinlich ist das gut so, sonst hätte der Film wohl keine Jugendfreigabe bekommen. In meinem Buch schildere ich detailliert, was ich ertragen habe – und alles konnte ich gar nicht schreiben, so schreckliche Dinge habe ich erlebt.


taz.de
Schenken Sie Obamas Worten, Guantánamo schließen zu wollen, überhaupt noch Glauben?
Nein. Obama ist ein Versager für mich. Aber er konnte mich nicht enttäuschen, weil ich seinen Worten von Anfang an nicht geglaubt habe. Er hat Werbung damit gemacht, dass er Guantánamo schließen würde, das war vor der Wahl – und danach hat er nichts getan.

Sie haben Waterboarding, Zwangsernährung und Isolationshaft überlebt. Kann man nach solch einer Erfahrung wieder in einen Alltag finden?

Meine Familie hat hier auf mich gewartet, sie hat mich nach meiner Entlassung abgeholt, sie hat mich nach Hause gebracht. Ich versuche, ein normales Leben zu führen, meinen Hobbys nachzugehen.

amnesty international
Murat Kurnaz’ Aussagen sind äußerst erschreckend und glaubwürdig. Kurnaz berichtete außerdem, dass er auch von deutschen Ermittlungsbeamten vernommen wurde. Auf seine Nachfrage, was sie mit seinen Aussagen anfangen und ob sie sich für ihn einsetzen würden, erhielt er die Antwort, über sein Schicksal hätten nicht sie, sondern die Amerikaner zu entscheiden.


1 Kommentar :

  1. Als eine Delegation von Amnesty International in den 70èr Jahren ein Jugendgefängnis der DDR besuchte, wurden vorher die Jugendlichen zu je 30 Personen über 16 Stunden in Gruppenräume gepfercht, deren Fenster vorher verhangen werden mussten, um eine Kontaktaufnahme zu verhindern. In ihrer Not fingen irgendwann die Jugendlichen an, in gerausgeschraubte Neonröhren zu urinieren und Papierkörbe zu benützen, den die Türen blieben trotz aller Bitten verriegelt. Wer einen Zettel dennoch aus dem Fenster warf um auf die menschenünwürdige Arbeitsausbeutung und Ernährung aufmerksam zu machen, wurde wegen versuchter Verbindungsaufnahme mit dem Feind, im Nachhinein mit 21 tagen Einzelarrest in den Stehkellern des Kellergewölbes bestraft. Wer dort in den Hungersteik trat wurde erst geprügelt und dann in der Endkonsequenz künstlich ernährt. Heute streiten traumatisierte Häftlinge mit den Versorgungsämtern wegen manigfalter speziell auch psychischen Haftfolgeschäden, denn sie müssen alles minutiös beweisen! Wenn ich heute höre, wozu ein Rechtsstaat fähig war, glaube ich fast, daß ich als politischer Häftling in meinem Unrechtsstaat, noch gewissermaßen glimpflich davongekommen bin. Seltsame Gefühle habe ich, wenn ich die humanistisch empörten Reden der Volksvertreter im Bundestag zum Thema Folter höre. Sollte man nicht gleichzeitig auch mal vor der eigenen Türe kehren und sich wahrhaft, sprich unbürokratisch den psychisch Geschädigten der jüngeren deutschen Geschichte zuwenden? Aber Statements und Absichtserklärungen und Empörungsreden kosten ja nichts! So ist es und so war es immer....

    http://vimeo.com/13869195

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