Sonntag, 9. November 2014

Zum 25-jährigen zwei Kommentare aus dem Günther-Jauch-Blog

Thema: Mauerfall
Forum: 25 Jahre Mauerfall – haben sich unsere Hoffnungen erfüllt?

Screenshot aus Wikipedia
Die Redaktion schreibt: zur Sendung
„Wir tanzten auf den Straßen, wir waren überwältigt, glücklich und voller Hoffnung. Es war Wahnsinn.“ Die Gefühle und Bilder des 9. November 1989 sind bis heute unvergessen. Für Millionen Menschen erfüllte sich an diesem Abend, wofür sie lange friedlich gekämpft hatten: ein grenzenloses Deutschland. Doch bei aller Euphorie gab es in jener Nacht auch Ängste und Unsicherheiten.
Wie erlebten die Menschen den 9. November 1989 auf den Straßen Berlins? Welche Gefühle und Hoffnungen hatten sie? Welche Sorgen und Ungewissheiten brachte der unverhoffte Umbruch mit sich?


Mit den beiden folgenden Kommentaren ist das ganze Spektrum abgedeckt

Gerd Hoffmann schrieb am 09.11.2014 12:23 Uhr:
Ja, jeder soll ein einmaliges geschichtliches Ereignis nach seiner Façon feiern. So verheißungsvoll wie es begann haben mich die vergangenen 25 Jahre aber auch enttäuscht, ja zornig gemacht.
Es ist beschämend, dass in dieser deutschen Demokratie Synagogen von der Polizei bewacht werden müssen, Nazis unter Polizeischutz wieder auf den Straßen demonstrieren dürfen, eine Mörderbande, unbehelligt und gedeckt vom Verfassungsschutz, 10 Jahre mordend durch dieses Land ziehen durfte, das Ehrenwort eines EX-Kanzlers über dem Gesetz steht, Korruption, Steuerhinterziehung und Vetternwirtschaft fröhliche Urständ feiern und Krieg wieder zum Normalsten geworden ist.
Blicke ich heute über den Tellerrand muss ich konstatieren, dass das Kapital zu einem neuen Raubzug rund um den Globus angetreten ist. Zu diesem Zweck wird angestrengt an der "marktkonformen Demokratie" gearbeitet, denn eine wirkliche Demokratie ist das größte Hindernis bei der weltweiten Durchsetzung der Westlichen Werte, die zusammengefasst bedeuten Maximalprofit zu erzielen. Dabei muss alles beiseite geräumt werden, was dem im Wege steht.
Nein, das ist nicht die Freiheit, die ich meine, es ist die des Bundespräsidenten. diese Freiheit wird der Bürger noch bitter bezahlen müssen, er will oder kann es nur noch nicht sehen, weil teile und herrsche NOCH funktioniert. Was mich aber echt erschüttert schreibe ich in Teil 2.

Teil 2
Erschreckend für mich war allerdings, dass man sich zur "würdigen" Begehung dieses Tages einen bestellt hat, der die Drecksarbeit macht. Einen, der mit pseudointellektuell vebrämter Unflätigkeit, das Parlament mißbrauchen konnte und auch die vorsichtig in wohlgeformte Worte gekleidete Aufforderung des Herrn Lammert mißachtete, obwohl selbiger auch schnell mal ein Mikrofon abschaltet.
Als ich dann die jubelnden Volksvertreter sah, wußte ich, sie mussten sich den "Volkssänger und Liedermacher" bestellen, weil sie selbst zu feige waren so ungeschminkt zu reden, aber sich im Geiste eins sind. Für mich waren die Claqeure peinlicher, als dieser "Künstler". Ja und Zufälle gibt es. Da fragt der Moderator des ARD-Morgenmagazins den "Künstler" ca. 45 min vor der Feier ob es auch keinen Eklat gibt. Ja, war er schlauer als Herr Lammert, wußte er schon was läuft?
Ich schätze auf Grund des Altersunterschieds zwischen Lammert und dem Moderator, dass ihn Lammert besser kannte und hier eine fiese Nummer gegen die Linke in Verbindung mit der Thüringenwahl wissentlich abgezogen wurde.
Er sollte jetzt "geadelt" werden und Gitarrist des Pfarrers aus Rostock werden. Was der eine mit salbungsvollen verschwurbelten, pastoralen Gehabe spricht "singt" der andere, soweit man von singen sprechen kann.

Wessi schrieb am 07.11.2014 19:08 Uhr:
Schade, dass nicht jemand wie Wolf Biermann dabei ist. So ist die Gefahr doch groß, dass alle nur ihre Anekdoten erzählen vom Mauerfall. Kann ein gemütlicher Abend werden, aber uninteressant.

Ich habe es auch miterlebt in West-Berlin.
Als es die DDR noch gab, grauenhafte Grenzkontrollen und Ausflüge nach Ostberlin, um das Geld aus dem Zwangsumtausch für billige Bücher zu verwenden.
Nach der Grenzöffnung sind wir gleich ausgeschwärmt und konnten endlich die Umgebung erkunden, raus aus dem "West-Sektor" nach Potsdam, Spreewald, Mecklenburger Seen, Rügen usw ...
Da sah man noch diese Schilder "Schieße auf Wessis" oder so ähnlich, als Häuser den Alt-Eigentümern zurück übertragen wurden und einige ihren Verlierer-Hass auslebten.

Viele Westdeutsche haben sich damals nicht in Ostdeutschland umgesehen und waren nicht neugierig.

Heute fällt auf, dass ältere Ossis sehr viel mehr Wert auf ihre Herkunft legen als Wessis und sich manchmal als die besseren Deutschen sehen, was ziemlich nervt.

Wem man es zu verdanken hat?
Natürlich den Demonstranten, aber der Unterschied zu 1953 und zum Prager Frühling war Gorbatschow.
Sicher werden die Amerikaner sagen, Reagan hat gerufen "Mr. Gorbachev tear down this wall." und seine Raketen aufgestellt, daraufhin ist die Mauer gefallen.
Halte ich für einen Mythos. Ohne Gorbatschow wäre das nie passiert.

25 Jahre Mauerfall – haben sich unsere Hoffnungen erfüllt?


Danke Klaus für das Bild

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