Montag, 13. Oktober 2014

Günther Jauch am 12.10.2014 - Helmut Kohl – wem gehört seine Geschichte?

die Gäste
Foto: ARD
  • Heribert Schwan Journalist, Ghostwriter von Helmut Kohl
  • Stephan Holthoff-Pförtner Jurist, Anwalt von Helmut Kohl
  • Edmund Stoiber CSU, Ehemaliger Ministerpräsident des Freistaats Bayern
  • Brigitte Seebacher Journalistin, Witwe von Willy Brandt
  • Nikolaus Blome Mitglied der Chefredaktion „Der Spiegel“

Link zur Sendung: (hier)
Link zum Blog: (hier)


Das Thema:
Helmut Kohl – wem gehört seine Geschichte?

Dazu schreibt die Redaktion:
Ein Auftritt wie in alten Zeiten: Als Altkanzler Helmut Kohl Mitte der Woche auf der Frankfurter Buchmesse auftrat, war er umringt von Journalisten und Fotografen. Sie alle wollten einen der seltenen Auftritte des einst mächtigen Politikers nicht versäumen; knipsten seine Ankunft, machten Bilder, als seine zweite Ehefrau Maike Kohl-Richter ihn im Rollstuhl – Folge eines Schlaganfalls – durch die Halle schob; schrieben mit, als der Altkanzler wenige, schwer verständliche Worte zu seinem Lebensthema sprach: der deutschen Wiedervereinigung.

Nur wenige Tage zuvor hatte Kohl schon einmal für großen medialen Wirbel gesorgt, wenn auch unfreiwillig: Am vergangenen Wochenende veröffentlichte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ vorab erste Zitate aus einem Buch über den Altkanzler, das gegen dessen Willen veröffentlicht wurde. Der Inhalt sind Auszüge aus mehr als 600 Stunden Interviews, die der Journalist Heribert Schwan vor mehr als zwölf Jahren mit Kohl geführt hatte. In den Gesprächen zog Kohl unter anderem über politische Weggefährten her, nannte Norbert Blüm einen „Verräter“, Wolfgang Schäuble „hinterfotzig“ und Christian Wulff „eine Null“.

Die Spötteleien und Beleidigungen haben Aufsehen erregt. Seither wird debattiert – darüber, ob die Kohl‘schen Zitate nachträglich seinem Ansehen schaden und darüber, ob diese überhaupt von Schwan hätten veröffentlicht werden dürfen.

Wem gehören Kohls Aussagen, seine Geschichte, seine Gedanken? Wie viel Anrecht hat die Öffentlichkeit auf Kohls Erinnerungen? Ist die Aufregung um Kohls Lästereien berechtigt oder völlig überzogen? Wie ist Kohls politisches Lebenswerk zu bewerten?

Der Tagesspiegel schreibt:
Die Akte Kohl bei "Günther Jauch"
Wenn Edmund Stoiber moralisch wird
Wem gehört die Helmut-Kohl-Geschichte? Die Talkrunde bei "Günther Jauch" war sich nur in einem Punkt einig - in der Uneinigkeit. Auch deswegen war der Talk überaus zäh.

Es galt bereits vor Sonntagabend als ausgemacht, dass der "Tatort" mit Ulrich Tukur einer der besten seiner Art sein wird und der Talk mit Günther Jauch mal wieder einmal ein Tiefpunkt des Formats. Immerhin beim "Tatort" stimmte die Prognose. Bei Jauch, in diesem Fall, leider auch.
Lesen Sie den Artikel (hier)

Kommentare aus dem Blog


Nichtbürger schrieb am 11.10.2014 17:09 Uhr:
Es ist schon von Wert zu wissen, wie so ein Machtmensch denkt.
Wer diesen Weg des H.Kohl gegangen ist und sich 16 Jahre halten konnte, ist ein "Könner und Kenner" - mit allen Wassern gewaschen!
Ungeschmikte Kurzanlysen seine Mitstreiter, Gegner usw., fern der diplomatischen Etikette, sagen sehr viel aus.
Sein Wirken und Schaffen ist anders zu bewerten.
Der Preis für die deutsche Einheit dürfte bekannt sein!
Sein Abtreten - wer spielte die Spendenäffäre hoch? - gewollt, den es standen sehr sehr harte Reforemen an.
Das überläßt man doch der Arbeiterpartei ...

Ultra HD schrieb am 11.10.2014 17:36 Uhr:
Ja, mit der Moral ist es so eine Sache. Die hat ausschließlich die Linken für sich entdeckt. Von Empathie ganz zu schweigen. Wie Christa C. richtig schrieb. Es ist schon erstaunlich, wie viele auf einen Kohl eindreschen, obwohl wir es ihn und Gorbatschow zu verdanken haben, dass wir wieder Eins sind. Unvergesslich, die Eierwerfer von Halle. Sowas hat niemand verdient. Und schon gar nicht einer, der alles für die Einheit getan hat.
Auch kann ich mich den Worten von Realo anschließen. Kohl hat die Chance gesehen und sie ergriffen. Es war und ist ein historisches Ereignis für das ich sehr dankbar bin, es erlebt zu haben.
Den „Eierwerfern“ aus der linken Ecke sage ich: undankbares Volk!

Gerd 49 schrieb am 12.10.2014 12:37 Uhr:
Sind Sie sicher, dass wir auch Gorbatschow die Einheit zu verdanken haben? Unsere Bundeskanzlerin hat das in ihrer Ansprache zum 3. Oktober glatt vergessen. Sie erwähnte nur die Amerikaner als Helfer der Einheit.

Meinen Sie im Ernst, Kohl habe alles für die Einheit getan?
Mehr als große Sprüche?
Mehr als für sich und seine Parteikasse?
Mehr noch als für die Parteispender indem er sich, großherrisch wie er damals war, über das Gesetz gestellt hat.

Das "eierwerfende, undankbare Volk", die "empathielosen Linken" sahen es wohl als eine öffentlichkeitswirksame Möglichkeit an, ihn an seine voreiligen Versprechen zu erinnern.

Dass seine Unnahbarkeit damals die Züge eines alternden und gutsherrlich auftretenden Alleinherrschers trug, wissen wir alle. Ansonsten hätte ihn "sein Mädchen" bestimmt nicht so einfach beerben können.

Tamkro schrieb am 11.10.2014 19:28 Uhr:
Mit dem Ehrenwort, das Helmut Kohl den Spendern gab, hat er bewiesen, dass ihm der Amtseid nichts bedeutete. Gott („So wahr mir Gott helfe“) hat ihn in diesem Moment wohl im Stich gelassen.

Rosemarie schrieb am 12.10.2014 09:52 Uhr:
Ganz einfach: Kohls Privatleben "gehört" nur ihm und seiner Familie, es steht uns nicht zu über seine Ehen, Kinder, Krankheit etc. zu urteilen. Seine politischen Äußerungen "gehören" aber dem Volk, das er 16 Jahre lang regiert hat.
Ich habe diese 16 Jahre als äußerst triste in Erinnerung. Aus der Zeit der Wiedervereinigung würde ich als entscheidenden Politiker vor allem Gorbatschow nennen. Damals ist das Unglaubliche passiert und die damalige Weltmacht hat ihre Satellitenstaaten in die Unabhängigkeit entlassen. Kohl hat "Danke" gesagt, das war seine "Leistung".
Ansonsten gab es diesen katholisch-konservativen "Familljen"-Mist. Frauen sollten ihre Kinder gefälligst nicht in Kitas bringen, um zu arbeiten, sondern zu Hause bleiben. Außenpolitische Probleme wurden mit dem Scheckheft "gelöst" (Milliarden für den ersten Irak-Krieg z.B.) und wenn die USA den Nato-Doppelbeschluss wollten oder gegen den Irak in den Krieg ziehen wollten, dann gab es keine Widerrede.
Schröder und Fischer wirkten wie Befreier, egal, was man sonst von ihnen hält. Endlich konnte man reformieren, Atomausstieg, gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften, Agenda 2010, Nein zum Irak-Krieg.
Auch die CDU musst nach Kohl erst mal reformiert werden.
Kohls Lebenswerk? Am liebsten würde ich ihn vergessen, aber er steckt einem wie ein unverdaulicher Kloß im Magen fest.

Harald Huesch schrieb am 12.10.2014 12:49 Uhr:
Das Thema - interessant, aber unglücklich. Die zentralen Rechtsfragen um Urheberrecht, Vertragsrecht und Persönlichkeitsrecht werden kaum von den Diskutanten vor einem Millionenpublikum anschaulich oder gar erschöpfend erörtert werden können. Es fällt allerdings auf, dass diejenigen, die nun an Schwan wegen der Veröffenlichung an sich Kritik üben, nichts daran zu beanstanden hatten, als der Chefredakteur der BILD-Zeitung seinerzeit den Inhalt von Christian Wulffs Mailboxspruch an die Öffenlichkeit durchsickern ließ.

Horst Schäfer schrieb am 12.10.2014 12:50 Uhr:
Die Rücknahme der Rechte auf die Memoiren waren ein Fehler. Sicher von Frau Kohl-Richter initiiert. Irgendetwas muß ja auch für die aufgewendete Zeit des Schreibers übrig bleiben. Das kommt dabei heraus, wenn man die vorgegebene Linie verläßt! Vom Altkanzler hätte ich mehr Klugheit erwartet! Aber nun wissen die Kritisierten wenigstens, wie Kohl sie einschätzte! Und wenn sie solche Nieten waren, haben sie uns trotzdem regiert! Das sollte jedem Wähler zu denken geben, der sein Kreuz bei denen und bei Kohl gemacht hat!

Kathrin schrieb am 13.10.2014 09:59 Uhr:
Ich habe es doch nicht ausgehalten und schaue heute, Mo., auf Phönix die Sendung an. Sie läuft jetzt gerade mal 10 Minuten, aber bereits in den 10 Minuten merkt man, wie unprofessionell H. Jauch die Sendung führt. Schon der wechselnde Ton, auf der "Kohl-Seite" fast mitleidig und auf "Schwan-Seite" ein ziemlich roher Ton, ja schon beinahe abwertend. Egal wie rechtlich oder moralisch es gewesen ist, dieses Buch zu schreiben, so hat sich doch der Moderator,(meine Meinung) zumindest in der Sendung, neutral zu verhalten. Wenn H. Schwan sagt, daß das Gericht alles erlaubt hat, verstehe ich nicht, wieso hier auch einige Schreiber so abschätzig über H. Schwan sich auslassen. Natürlich kann man von moralischer Seite sich empören, aber ansonsten ist doch alles rechtens, zumindest in diesem Moment. Und was H. Stoiber da sucht, weiß ich auch nicht. H. Stoiber muß sich, wie ja fast alle bayrischen Politiker, sich ins Bild setzen, damit sie nicht vergessen werden.
Ich habe und werde auch dieses Buch, wie auch andere Bücher über oder von Politikern, nicht lesen. Haben nicht schon so viele Beitragsschreiber in vielen Foren geschrieben, daß unsere Politiker Lügner sind? Und jetzt wo - angeblich, ich kann es nicht nachprüfen - mal die "wahren" Worte eines Politikers veröffentlich werden, wird aufgeschrien.
Natürlich führt auch H. Schwan sich beleidigt auf, als wäre er der wahre Herrscher über H. Kohl. Ich finde den Film "Rosenkrieg" aber viel amüsanter. Der hier widert mich nur an.

herta schrieb am 13.10.2014 10:35 Uhr:
es ist schon merkwürdig, im zusammenhang mit herrn kohl recht und gesetz zu bemühen. herr kohl machte ja zu amtszeiten bekannt was er von recht und gesetz hält - nämlich nichts. jemand wie kohl der sich selbstgerecht außerhalb unseres rechtsstaats stellt sollte sich hinterher nicht auf denselben berufen können. das ganze ist eine üble schmierenkomödie. kohl wird immer das bleiben was er immer schon war - ein bimbeskanzler. geld regiert nun mal die welt. alles andere ist schöner schein. dies hat uns kohl unmissverständlich zu verstehen gegeben. das vbolk wird nur benutzt. in wirklichkeit regiert das geld.


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