Sonntag, 7. September 2014

Sie wollen den Sturz von Putin - Konflikt ist unvermeidlich

Thema: Diplomatie
Russland-Sanktionen: Westen spekuliert mit dem Sturz von Putin

Der Westen möchte mit den Sanktionen gegen Russland den Sturz von Präsident Wladimir Putin beschleunigen. Der Westen hatte nach dem Fall der Mauer versucht, Russland von außen zu „modernisieren“. Dieser Versuch ist gescheitert. Putin fährt einen konservativen und autoritären Kurs. Der Konflikt ist unvermeidlich.

Nach Auffassung von Marieluise Beck, Mitglied im auswärtigen Ausschuss des Deutschen Bundestages, besteht eine Chance, dass die Sanktionen die Position von Präsident Wladimir Putin innerhalb des Kreml schwächen werden. Beck sagte den Deutschen Wirtschafts Nachrichten im Rahmen des Economic Forum in Krynica-Zdroj in Polen: „Die Sanktionen bringen die Chance, dass innerhalb des Kreml Friktionen auftreten.“

Beck glaubt, dass die Politik Putins in der Ukraine auf eine „innenpolitische Schwäche des russischen Präsidenten“ zurückzuführen ist. Beck: „Putin betreibt die Stabilisierung der Ukraine, um in Moskau einen Erfolg vorweisen zu können.“ Beck warnt den Westen davor, zu glauben, dass mit einem Waffenstillstand das Problem gelöst sei: „Es wäre ein Fehler, nun die Gefahr zu unterschätzen. Die Versuchung ist groß, weil der Westen hofft, keine Folgen aus den Sanktionen tragen zu müssen.“

Eine Mitschuld für die Krise in der Ukraine durch die EU bestritt Beck vehement: Es sei die Aufgabe von Präsident Janukowitsch gewesen, mit den Russen zu verhandeln. Das habe er nicht geschafft, danach sei die Krise eskaliert.

Marieluise Beck, hier mit Luigi Ippolito vom Corriere, beim Economic Forum im polnischen Krynica-Zdroj. (Foto: DWN)
Beck beschreibt die Zusammenarbeit mit der aktuellen russischen Regierung als ausgesprochen schwierig: „Wenn unser Außenminister Steinmeier mit Herrn Lawrow verhandelt, so kann man nicht davon ausgehen, dass der russische Außenminister die Prokura für das Gespräch hat. Alle Entscheidungen fallen im kleinen Kreis um Putin. Der Kreml wird extrem autokratisch geführt.“ Beck sieht in dieser Entwicklung einen Beleg dafür, dass Putin „trotz seiner Drohgebärden nach außen im Inneren um seinen Machterhalt kämpfen“ muss. Beck: „Das haben wir schon im Jahr 2012 gesehen, wo Putins Macht erstmals ernsthaft bedroht gewesen ist.“

Die Amerikaner setzen seit Anbeginn der Ukraine Krise darauf, Putin zu stürzen. Die USA würden einen Führer im Kreml Bevorzugen, der pragmatischer und westlicher ist. Interessanterweise lobte Beck bei dem Economic Forum ausdrücklich das Auftreten von Premier Medwedew. Dieser habe im Westen große Hoffnungen geweckt, weil er den Eindruck eines modernen Politikers gemacht habe.

Bei einer Podiumsdiskussion sagte Beck, Europa hatte nach dem Ende des Kalten Krieges versucht, mit Russland zunächst eine Partnerschaft einzugehen. Diese Partnerschaft sollte danach in eine Modernisierungspartnerschaft umgewandelt werden. Beck: „Ein Land wie Russland kann nicht von Öl und Rohstoffen allein auf Dauer leben. Ein Land wie Russland braucht eine moderne Wirtschaft und eine moderne Gesellschaft.“ Putin habe jedoch gezeigt, dass er eine andere Gesellschaft wolle. Die Einschränkung der zivilen Freiheiten in Russland habe, so Beck, „faktisch zur Abschaffung der Zivilgesellschaft geführt“.

Der Westen möchte sein Gesellschaftsmodell auch in Russland verwirklicht sehen. Dazu gehöre eine liberale Gesellschaft, Putin dagegen schwebt aus Sicht vieler EU-Politiker ein konservativer, autoritärer Staat vor. Dieser weckt vor allem bei den Osteuropäern die Furcht vor der Rückkehr einer repressiven Ideologie. Viele der heute in Osteuropa tätige Politiker stammen aus dem Bürgerbewegungen gegen den Kommunismus. So war der polnische Premier und designierte EU-Ratspräsident aktiv in der Solidarnosc tätig. Diese Sorge war auf dem Economic Forum von vielen Osteuropäern zu hören.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

Freidenker sagt:
Ich dachte am Anfang das Putin noch auf der Richtigen Seite steht, jetzt habe ich meine Zweifel. Es scheint nicht so zu sein, alles unter folgendem Link.
http://www.goldseitenblog.com/matthias_lorch/index.php?blog=9&title=der-westen-gegen-den-osten-1&disp=single&more=1&c=1&tb=1&pb=1&show_past=1&show_future=1

Kampf gegen die Antifa - den Tarnkappennazis sagt:
„Die Sanktionen bringen die Chance, dass innerhalb des Kreml Friktionen auftreten.“
So offen hat noch niemand ausgesprochen, dass das Ziel des Westens die Destabilisierung Russlands ist. Bisher hat man immer noch das Gesicht wahren wollen und nun stellt sich heraus, dass es eine Maske ist, die man sich jetzt selbst herunterreißt. Dieses neue amerikanische Sprichwort “Fuck the EU” sollten auch diejenigen beherzigen, die an einem friedlichen Mit- und Nebeneinander der europäischen Völker bedacht sind.

Adlerauge sagt:
In Washington hat man wohl schon ganz konkrete Pläne für Präsident Putin?
“Warnung an die Welt: Ex-CIA-Mitarbeiter spielt verrückt!” (von Dr. Paul Craig Roberts):
http://www.cashkurs.com/kategorie/wirtschaftsfacts/beitrag/warnung-an-die-welt-ex-cia-mitarbeiter-spielt-verrueckt/

Jana sagt:
Was geht diese Frau Beck eigentlich die russische Wirtschaft und die russische Gesellschaft an? Vielleicht sollten die Grünen weniger hetzen und sich stattdessen mal um die deutschen Zustände kümmern.
Die russische Regierung – nicht nur Putin – hat eben ein Konzept und eine Strategie für die Entwicklung des Landes. Das ist natürlich etwas, das man im Westen nur noch vom Hörensagen kennt. Putin hat über 80% Zustimmung in der Bevölkerung, und die Leute werden sich hüten, in Russland eine Art Maidan zu veranstalten. Sie sehen schließlich die Auswirkungen jeden Tag in der Ukraine.
Was passiert eigentlich, wenn nach Putin ein Hardliner an die Macht kommt? Oder steht etwa schon fest, dass dann jemand „gewählt“ wird, der nach der Pfeife der Amis tanzt, so wie es die EU-Politiker vormachen?

ILONA sagt:
Warum will der “Westen”sein Gesellschafftsodell Russland aufzwingen, die eine tausendjährige Geschichte hat? Wieder einmal muss Russland von Grund auf seine Moral des Überlebens zwischen den territorialen, ethnischen und geistigen Extremen neu definieren. Russland bildet das Zentrum des euro-asiatischen Kontinents , der die größte Land- und Bevölkerungsmasse des Globus konzentriert.
Sollte doch der “Westens” seine Sorge eher beim Namen nennen: Es BRAUCHT Russlands Energie:, Öl und Gas, da der Peak Oil längst überschritten ist.
Was Russland für seine Bevölkerung zugute kommen lassen will um sein Land zu modernisieren, will der Westen sich einverleiben.Krieg führen, mit Menschenleben bezahlen, aus Gier! Damit den WEst “Lebenstandard” zu behalten auf Kosten tausender von Menschenleben.

    Oxana Temporowa sagt:
    Das ist alles richtig. Es geht um Rohstoffe und Ressourcen. Bald auch verstärkt um pures Wasser.

La Paloma sagt:
Hier wird gesagt was Sache ist und nur darum gehts..
Die USA wollen Russland wirtschaftlich zerstören
Hier erzählt uns Condoleeza Rice(ehemalige Außenministerin und Kriegstreiberin im Irak) mal im Klartext worum es wirklich geht. Deutschland als Speerspitze um Russlands Wirtschaft zu schädigen und eine gewünschte Energieabhängigkeit der EU von den USA.
Die USA zetteln einen Krieg in der Ukraine an und wollen dann auch noch profitieren davon.
Rußland ist kaum Verschuldet und verkauft demnächst sein Öl und Gas an die Chinesen und Inder. Das ist ein Markt mit 2 Milliarden Menschen. Rußland pfeift auf den europäischen Absatzmarkt.
Deutschland soll kaputt gemacht werden, nach den Vorstellungen der Amerikaner!
https://www.youtube.com/watch?v=Bb4MK0u9CMA

Brigitta sagt:
Am liebsten wäre den Amis doch ein neuer Jelzin, der schon morgens um 8 so volltrunken ist, dass er gar nicht merkt, wie sein Land ausgeplündert wird.
Putin sorgt immerhin dafür, dass die Bergarbeiter pünktlich ihr Geld erhalten und die Renten hat Putin nahezu verdoppelt.
Es gibt einen guten Grund, warum die grosse Mehrheit der Russen hinter ihrem Präsidenten steht.

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