Dienstag, 9. September 2014

Schon wieder Sanktionen des Westens - Überflugverbot als Antwort?

T-Online
Thema: Ukrainekrise
Reaktion auf "dumme" EU-Sanktionen
Russland droht dem Westen mit Überflugverbot

08.09.2014, 14:53 Uhr | AFP, dpa, rtr
Der russische Ministerpräsident Dmitri Medwedew hat für den Fall neuer Sanktionen des Westens im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt mit weitreichenden "asymmetrischen" Gegenmaßnahmen gedroht. So könnte Fluggesellschaften aus der EU und den USA der Weg über das größte Land der Erde versperrt werden. Denkbar sei ein Überflugverbot für westliche Airlines, sagte Regierungschef Dmitri Medwedew dem russischen Wirtschaftsmagazin "Wedomosti".

Russlands Ministerpräsident Dmitri Medwedew droht dem Westen mit "asymmetrischen Gegenmaßnahmen", darunter ein Überflugverbot. (Quelle: Jochen Tack/imago)
Russland habe möglicherweise bislang zu zurückhaltend auf die Sanktionen reagiert, sagte Medwedew im Interview mit dem Magazin. Dieser Fehler werde nicht wiederholt. Er bezeichnete die Sanktionen als "eine dumme Idee", die nicht dazu beigetragen hätten, die Krise in der Ukraine zu entschärfen.

"Wenn westliche Gesellschaften unseren Luftraum meiden müssen, kann das zum Bankrott vieler Fluggesellschaften führen, die schon jetzt ums Überleben kämpfen." Die westlichen Airlines wie British Airways, Lufthansa oder Air France nutzen den russischen Luftraum auf ihren Strecken von Europa nach Asien. Diese Abkürzung gilt als sehr attraktiv, weil kostensparend.
Medwedew, enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin, versicherte, Russland wünsche eine solche Entwicklung nicht. "Es ist ein schlechter Weg. Die Sanktionen gegen uns haben nicht zu mehr Frieden in der Ukraine geführt."

Westen gefährdet internationale Sicherheit

Der frühere Staatspräsident warf dem Westen überdies vor, mit Strafmaßnahmen gegen Russland die internationale Sicherheit zu gefährden. "Die Wirtschaftssanktionen gegen uns haben politische Folgen, die schlimmer sind als irgendwelche Exportbeschränkungen".

Die globale Sicherheitsarchitektur werde geschwächt. "Wer als erster Sanktionen einführt, sollte sich klar darüber sein, dass er im Endeffekt auch sich selbst Probleme schafft", betonte Medwedew.

Russland verhängt Einfuhrstopp westlicher Lebensmittel

Russland hatte als Antwort auf Strafmaßnahmen der EU und der USA bereits einen Einfuhrstopp für zahlreiche westliche Lebensmittel verhängt. "Wir sind ein riesengroßes Land mit warmen Regionen und hervorragenden Bedingungen. Warum sollten wir also die ganze Zeit ausländische Früchte essen?", fragte Medwedew.

Die russische Regierung habe Subventionen für die heimische Landwirtschaft beschlossen. Mit "Dutzenden Milliarden Rubel" unterstütze Moskau etwa den Treibhausgemüseanbau und die Milchviehzucht. "In russischen Geschäften sollten russische Produkte eine würdige Stelle einnehmen", so Medwedew weiter.

Das Statistikamt Rosstat in Moskau hatte zuletzt allerdings über negative Folgen der russischen Gegenmaßnahmen berichtet. So seien in Russland die Lebensmittelpreise nach dem Einfuhrstopp für Westwaren explodiert. Bei ihren Einkäufen müssen die russischen Verbraucher derzeit im Schnitt zehn Prozent mehr für Nahrung ausgeben als vor dem Boykott.

EU will verschärfte Sanktionen beschließen

Die EU-Staaten wollen trotzdem noch heute neue und verschärfte Strafmaßnahmen beschließen, um Russland zum Kurswechsel im Ukraine-Konflikt zu bewegen. Das Paket, auf das sich die EU-Botschafter geeinigt haben, sieht härtere Wirtschaftssanktionen sowie Konten- und Reisesperren für rund 20 Personen vor, unter ihnen ost-ukrainische Separatisten und Meinungsführer aus der russischen Politik und Wirtschaft.

Für Staatsbanken, Rüstungsfirmen und Unternehmen aus der Erdölförderung will die EU den Zugang zu europäischen Krediten erschweren. Das Exportverbot für Technologie zur Erdölförderung wird ausgeweitet, ebenso die Beschränkungen zur Ausfuhr militärisch nutzbarer Güter.


» der Kommentar des Blogschreibers «
Auszug aus der Rede John F. Kennedys von 1961, die ihm das Leben kostete, aktueller denn je:

Wir haben es mit einer monolithischen u. ruchlosen weltweiten Verschwörung zu tun, die ihren Einfluss mit verdeckten Mitteln ausweitet:
  • mit Ínfiltration statt Invasion
  • mit Umsturz statt Wahlen
  • mit Einschüchterung statt Selbstbestimmung
  • mit Guerillakämpfen nachts statt Armeen bei Tag.
Es ist ein System das mit gewaltigen menschlichen u. materiellen Ressourcen eine komplexe u. effiziente Maschinerie aufgebaut hat, die militärische, diplomatische, geheimdienstliche, wirtschaftliche, wissenschaftliche u. politische Optionen verbinden.
Ihre Pläne werden nicht veröffentlicht, sondern verborgen, ihre Fehlschläge werden vergraben, nicht publiziert, Andersenkende werden nicht gelobt, sondern zum Schweigen gebracht, keine Ausgabe wird in Frage gestellt, kein "Gerücht" wird gedruckt, kein "Geheimnis" enthüllt.
https://www.youtube.com/watch?v=pCPvtQryVEI

Kommentare aus dem T-Online-Forum

Klugi
Wir haben mit dem ganzen Scheiß nichts am Hut. Warum müssen wir uns von den Amis vor den Karren spannen lassen? Warum machen wir es nicht wie die Schweiz??

kleinerPunker
Ich kann mir nicht helfen .... alles was aus RUS kommt klingt mir wesentlich vernünftiger als die Parolen von Kerry, Obama, Rasmussen und Co.

Schluckeddie So haben die meisten Kriege angefangen! Sanktionen, Gegensanktionen - das schaukelt sich immer weiter auf. Und schuld hat eindeutig die Nato! Ich verstehe die Kriegstreiber nicht, die in allen Putin als Sündenbock sehen. Begreift ihr nicht, was ihr anstellt? Warum ist unsere Frau Merkel immer mit dem Friedensnobelpreisträger zusammen? Was gehen uns die amerikanischen Interessen an? Wen treffen die Rückläufer der Sanktionen am meisten? Warum nur geht kaum einer auf die Straße und demonstriert gegen unsere engstirnige und friedensgefährdende Politik? Haben wir nicht genug Unheil angerichtet durch 2 Weltkriege?
Ich sehe schwarz für die Zukunft. Zum Glück könnte ich das Kriegführen Jüngeren überlassen.

Klugi
Das ist ein Konflikt zwischen Ukraine und Russland. Das geht uns nichts an. Wie können wir uns nur so unvoreingenommen auf eine der beiden Seiten schlagen, als wären Leute wie Poroschenko oder Jazenjuk "die Guten"?

wrb-schneider
Sehr geehrter Präsident putin,
wie wäre es mit einer Waffenlieferung an die Farbigen in Missouri USA, oder einem kleinen Manöver in der Nähe zu Forida? Ich kann das Säbelrasseln der USA nicht mehr höhren, es wird Zeit daß die Amis vor Ihrer eigenen Haustüre Konflikte bekommen, die sie ja so gerne in die Nähe von Europa sehen würden. Nur unsere politische Vertretung ist so blöd und merkt nichts, oder sie hat schon ihr Schärflein ins Trockene verbracht. Na ja, viel Vergnügen bei den Folgen.
Ich bin übrigens kein Putin Fan.

AntoniaAusTirol
Warum hetzt die Bundesregierung gegen Russland? Warum unterstützt man Ukrainische Oligarchen und Leichenledderer?

berndcordes744
NICHTS ist bewiesen und trotzdem Sanktionen!

Jiskoko
welche begründung gibt es denn diesmal für weitere sanktionen gegen russland?

ilija1922
Wir haben eine merkwürdige Rolle in dem Ukraine-Konflikt gespielt. Wir damit meine ich Europa und noch viel mehr die NATO haben uns gefreut, dass Russland ein weiteres Land aus seiner noch verbliebenen Einflusssphäre verlieren könnte. Es wurde alles unternommen, um diesen Prozess zu verstärken. Und es wurde viel über "Freiheit" und "Souveränität" geschwafelt. Aber in Wirklichkeit geht es uns natürlich nicht um Freiheit. Genauso wenig wie es den USA in Vietnam um Freiheit ging. Wir sollten nur daran denken, mit wie vielen unfreien Diktaturen, wie z. B. Saudi-Arabien, Katar oder Ägypten wir uns tadellos verstehen. Nein, das eigentliche Motiv ist, Russland zu schwächen.

helhort
Würde gerne die Amis sehen, wenn Russland vor der Küste Alaskas ein Manöver mit Kanada machen würde!


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