Samstag, 20. September 2014

Russlands Antwort auf Sanktionen des Westens

Thema: Sanktionen
RIA Novosti
Russlands Gegensanktionen treffen Europa hart

MOSKAU, 17. September (RIA Novosti).
Die Warnungen europäischer Experten, die Russland-Sanktionen würden auch dem Westen schaden, scheinen sich zu bewahrheiten, schreibt die "Rossijskaja Gaseta" in ihrer Mittwochausgabe.

Foto: © nito
In der gestrigen Sitzung des EU-Parlaments wurde angeführt, dass sich der Schaden durch Russlands Importverbot für Lebensmittel bislang auf 5,1 Milliarden Euro belaufen hat. Russland ist der zweitgrößte Absatzmarkt für europäische Landwirtschaftsprodukte.

Das scheint jedoch erst der Anfang zu sein: In dieser Woche prognostizierten europäische Experten, dass die Europäer mit Einbußen von Dutzenden Milliarden Euro rechnen müssen, falls die Sanktionen nicht Monate, sondern Jahre andauern. Das ist durchaus möglich, wenn man bedenkt, dass der europäische Lebensmittelexport nach Russland im vorigen Jahr bei mehr als elf Milliarden Euro gelegen hat und ständig zulegte.

Dabei handelt es sich bei den veröffentlichten Zahlen nur um direkte Verluste. Die indirekten Verluste sind üblicherweise noch wesentlich höher.

Hinzu kommt, dass 130 000 bis 150 000 EU-Bürger in absehbarer Zeit ihren Job verlieren könnten. Bis zu 25 000 könnten es in Polen und mindestens 21 000 in Deutschland sein. Deutschlands finanzielle Verluste werden auf 1,3 bis 1,5 Milliarden Euro geschätzt. Litauen entgehen dadurch 922 Millionen Euro und Polen 840 Millionen Euro. Sehr schmerzhaft sind Russlands Gegensanktionen für die Niederlande, Dänemark und Spanien.

Aber nicht nur die Landwirtschaft muss leiden. Auch die strategisch wichtigen Branchen der größten Wirtschaftsnationen müssen mit Verlusten rechnen. Davor hatte der frühere Vorstandschef von British Petroleum (BP), Tony Hayward, in einem Interview mit der "Financial Times" gewarnt. Nach seinen Worten könnten die westlichen Sanktionen „zu einer Verringerung des Ölangebots auf dem Weltmarkt führen und einen Anstieg der Ölpreise in den kommenden Jahren provozieren.“ Wegen des Schiefergas-Booms der letzten Jahre in den USA seien „die immer größer werdenden Gefahren bei den Öllieferungen übersehen worden“, weshalb sich die Weltwirtschaft jetzt auf Probleme bei den Öllieferungen gefasst machen müsse.



RIA Novosti
Putin und Faymann für schnellstmögliche Normalisierung zwischen Russland und EU

MOSKAU, 18. September (RIA Novosti).
Russlands Präsident Wladimir Putin und der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann haben sich in einem Telefonat für eine schnellstmögliche Normalisierung der Beziehungen zwischen Russland und der EU ausgesprochen. Das teilte der Kreml am Donnerstagabend nach der Unterredung mit.

Die beiden Politiker hätten auch die Lage im Osten der Ukraine erörtert und wiesen dabei auf die große Bedeutung der Anstrengungen zur Beilegung der Krise in der Ex-Sowjetrepublik hin. Wichtig sei, die vereinbarte Waffenruhe strikt einzuhalten, hieß es.

Das Telefongespräch fand auf Initiative der österreichischen Seite statt.



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