Samstag, 6. September 2014

Russland enteignet ukrainischen Oligarchen auf der Krim

Thema: Ukraine / Krim

Der Staatsrat der russischen Republik Krim macht kurzen Prozess mit seinen ukrainischen Oligarchen. Der Besitz und das Vermögen des drittreichsten Mannes der Ukraine, der gleichzeitig Gouverneur von Dnipropetrowsk ist, wird vom Staat eingezogen. Das Vermögen des Oligarchen soll als Entschädigung von Kunden seiner Bank fließen.

Der Staatsrat der Krim hat am Mittwoch entschieden, dass das gesamte Vermögen des Gouverneurs der Oblast Dnipropetrowsk, Igor Kolomojskyj, enteignet wird.

Kolomojskyj ist der drittreichste Mann der Ukraine. Er verfügt über ein Vermögen von 2,4 Milliarden Dollar und ist Mitbesitzer der Investorengruppe Privat, die wiederum die Privatbank besitzt, das größte ukrainische Geldhaus. Kolomoysky leitet die Bank, deren Assets Öl, Eisen- und Lebensmittelindustrie ausmachen. Weiterhin besitzt er Ländereien in den Küstengebieten der Krim und hat insgesamt 70 betriebliche Einrichtungen. Der 51-Jährige gilt auch als einer Hauptsponsoren der Udar-Partei von Vitali Klitschko.

Die Nachrichtenagentur ITAR-TASS zitiert den Präsidenten der Republik Krim, Sergej Aksjonow:
    „Kolomojskyj ist einer der Oligarchen, der die militärischen Operationen im Südosten der Ukraine initiiert hat und finanziert. Unsere Landsleute werden getötet. Deshalb ist es unser moralisches Recht und unsere moralische Pflicht, diese staatliche Enteignung vorzunehmen.“
Nach Angaben des Krim-Präsidenten ist die Privatbank den Verpflichtungen gegenüber ihren Kunden nicht nachgekommen. „Wir haben versprochen, dass alle Schulden der Kunden, die nicht durch den Fonds für den Schutz von Bankkunden gedeckt werden können, auf Kosten des Gründers der Privatbank gehen werden“, so Aksjonow. Hinzu komme, dass die Kunden keinen Zugriff mehr auf ihre Einlagen hätten.

Der gesamte Besitz Kolomojskyjs soll bei offenen Ausschreibungen verkauft werden. Der Erlös soll in die Entschädigung der Privatbank-Kunden fließen. Denn diese können das Gesetz für die Erstattung der Bankeinlagen nicht in Anspruch nehmen.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

Flo sagt:
Damit vergrößert Putin seine ohnehin schon bestehende Fangemeinde deutlich. Statt den “normalen Kunden” zur Kasse zu bitten oder gar noch Staatsgelder dort zu versenken, klopft man einfach an der Haustür der Verantwortlichen/Profiteure.

w.paul sagt:
Das hat mit “Stragie” oder “strategischen Gründen” nichts zu tun, sondern dort leben ganz überwiegend Russen, das nennt man Demokratie.
Siehe “Jugoslawien”.

Willkür im "Westen" sagt:
Enteignung der Oligarchen oder Enteignung der Sparer z.B.-HRE-Skandal, 2011. Was ist richtig? In vielen Unternehmen sind die Manager verpflichtet mit seinen Vermögen zu haften, falls sie Mist bauen. Das gilt aber nicht für Politiker und Banken. Warum nicht?

Cygnus atratus sagt:
Solche Nachrichten erfüllen mich mit Freude und bestätigen aus meiner Sicht, daß Putin auf dem richtigen Weg ist.
Im Westen rühren die Regierenden gegen »unsere« Oligarchen keinen Finger, sondern erfüllen im Gegenteil ihre Weisungen.

Fritz sagt:
Vorbildlich. Die Bankster müssen für ihre Betrügereien zur Verantwortung gezogen werden. Es ist wünschenswert, das der Rest der Welt ebenso verfährt und die kleinen Leute schützt. Leider wird dies wohl ein Wunsch bleiben. Zu sehr sind Kapital und Politik miteinander verfilzt. Vor Allem gehört das Zinseszinssystem verboten – das absolute Grundübel.

Detlev G. Pinkus sagt:
Igor Kolomojskyj, eine schillernde Figur in der Ukraine und mit Vorsicht zu behandeln. Sergej Aksjonov handelt als Praesident der Republik Krim richtig. Denn die Geschaefte die Igor Kolomojskyj insgesamt reich gemacht haben sind mehr als undurchsichtig. Uebrigens ist Igor Kolomojskyj einer der Oligarchen in der Ukraine der eine eigene Privatarmee mit Leuten des Prava Sektor aufgebaut hat.
Alles sehr undurchsichtig und nicht sauber.

Insider sagt:
Das glaube ich erst, wenn ich es sehe. Könnte man auch gerne auf Zypern zb bei Aristos Developer anwenden. dazu wird es aber wohl kaum kommen, obwohl es ein klarer unmissverständliches Zeichen setzen würde.

Fubar sagt:
Finde ich gut! Die Enteignung von Millardären.
Jedem seine so 2-3 Millonen belassen, damit sie nicht hungern müssen.
Und den Rest des nicht selbst erarbeiteten Vermögen in Leistungen für das arbeitende Volk umsetzen. Ausgleichende Gerechtigkeit. ;o)
Der selbst erarbeitete Wohlstand sei einem Jeden gegönnt.
Das bereichern auf Kosten von Anderen nicht.

wolle sagt:
Hart aber gerecht.
Mehr kann man dazu nicht sagen.
Solche Dinge bleiben in unserem Staat oft verwehrt. Da sämtliche Schlupf-Löcher-Gesetze mit den richtigen Anwälten ausgenutzt werden, da bleibt meistens nur das RECHT und keine GERECHTIGKEIT übrig. Deswegen ist diese Vorgehensweise nur zu befürworten.

La Paloma sagt:
Das ist nicht verwunderlich wenn man nachfolgendes liest
http://de.wikipedia.org/wiki/Ihor_Kolomojskyj


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