Freitag, 12. September 2014

Neue EU-Sanktionen gegen Russland - Russlands neue Raketen

Thema: EU-Sanktionen gegen Russland
RIA Novosti
Neue EU-Sanktionen gegen Russland treffen westliche Energieunternehmen
MOSKAU, 11. September (RIA Novosti).
Das neue EU-Sanktionspaket sieht eine weitere Einschränkung der Kooperation mit Russland im Bereich der Erdölgewinnung vor, nämlich bei der Erschließung neuer Ölfelder in der Tiefsee oder auf dem Festlandsockel, berichtet die Agentur Bloomberg unter Berufung auf eigene Quellen.

Diese Strafmaßnahmen sollen das größte US-amerikanische Ölunternehmen Exxon Mobil Corporation und den britischen Energiekonzern BP Plc daran hindern, mit Russland bei der Ölförderung zusammenzuarbeiten.

Im Juli hatten die USA und die EU wegen des Ukraine-Konflikts auf ganze Sektoren bezogene Sanktionen verabschiedet, die unter anderem ein Verbot des Exports von Ausrüstungen zur Ölförderung in der Tiefsee und in der Arktis nach Russland vorsehen. Die Sanktionen gelten für Deals bzw. Verträge, welche ab dem 1. August 2014 geschlossen worden sind.



Thema: Neue Waffen für russische Armee
RIA Novosti
Russlands neue Raketen beunruhigen die USA
MOSKAU, 11. September (RIA Novosti).
Washington bestätigt, dass es „Meinungsverschiedenheiten“ mit Moskau bezüglich der Einhaltung des Vertrags über nukleare Mittelstreckenraketen (INF-Vertrag) von 1987 gibt, schreibt die "Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag.

© RIA Novosti. Alexei Danitschew
Die für internationale Sicherheit und Rüstungskontrolle zuständige US-Vizeaußenministerin Rose Gottemoeller reist aus diesem Grund heute nach Moskau.

Warum sorgt sich Washington plötzlich um die Mittelstreckenraketen? Sind diese Sorgen begründet?

Die Nato befürchtet tatsächlich, dass Russland wieder mit dem Bau von Mittelstreckenraketen des Typs „Pioner“ beginnt. Aus Sicht der Nato könnten dadurch das strategische Gleichgewicht in Europa gekippt und die Bemühungen der USA um den Aufbau einer europäischen Raketenabwehr zunichte gemacht werden.

Die Sowjetunion hatte die erste Mittelstreckenrakete „Pioner“ im März 1976 gebaut. Im Westen wurde der Bau dieser Waffe mit großer Sorge beobachtet. Die Rakete mit einer Reichweite von 5500 Kilometern konnte einen nuklearen Sprengkopf (bzw. drei Mehrfachsprengkörper) mit einem Gewicht von einer Megatonne tragen. Mit dieser Waffe war Moskau damals in der Lage, alle europäischen Nato-Länder, den Nahen Osten, Alaska und einen Teil Kanadas ins Visier zu nehmen.

Der Westen musste sich viel Mühe geben, um die Sowjetunion zur Unterzeichnung des INF-Vertrags zu zwingen, der die Produktion und Verwendung von ballistischen Raketen mit einer Flugweite von 5500 Kilometern untersagt. Zudem musste Moskau auf die Kurzstreckenraketen des Typs „Oka“ verzichten, obwohl die Beschränkungen sich nicht darauf erstreckten.

Die Mittelstreckenraketen wurden in den späten 1980er- bzw. frühen 1990er-Jahren endgültig entsorgt. Nach dem Zerfall der Sowjetunion war Russlands Raketenarsenal ziemlich dezimiert. Viele Experten waren überzeugt, dass Moskau seine frühere militärische Stärke verloren hatte und seine Souveränität nur dank der übrig gebliebenen, aber veralteten strategischen Atomwaffen verteidigen könnte.

Plötzlich sprechen die Amerikaner ohne konkreten Anlass von Verstößen gegen den INF-Vertrag.

Russland hat bisher immer strikt seine internationalen Verpflichtungen eingehalten.

Russland darf die Serienproduktion von Mittelstreckenraketen nicht wiederbeleben. Doch Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet sind erlaubt. Auch die Amerikaner sind in diesem Bereich aktiv.

Laut Quellen hat Russland vor kurzem neue bodengestützte operativ-taktische Raketen und Marschflugkörper erfolgreich getestet, deren genaue technische Daten allerdings nicht veröffentlicht wurden. Bekannt ist lediglich, dass mehrere Konstrukteure, die den mobilen „Iskander“-Raketenkomplex entwickelt hatten, ausgezeichnet wurden.

© RIA Novosti. Dmitry Korobeinikov
Das scheint in Washington für Beunruhigung zu sorgen. Rein formell haben die Amerikaner nicht einmal einen Grund dafür, denn der „Iskander“-Komplex ähnelt der Rakete des Typs „Oka“. Mit einer Reichweite von 500 Kilometern sind die „Iskander“-Raketen auch nicht mit dem „Pioner“-Modell zu vergleichen. Man muss jedoch bedenken, dass bei den Raketentechnologien in den vergangenen 30 Jahren große Fortschritte gemacht wurden.

Pentagon-Experten scheinen zu vermuten, dass die vom „Iskander“-System abgefeuerten Raketen 5500 Kilometer weit fliegen können. Wegen des INF-Vertrags konnte Russland die Rakete nicht unter realen Bedingungen testen. Aber das war auch nicht nötig, denn es verfügt über modernste Simulationscomputer.

Gestern wurde eine seegestützte ballistische Interkontinentalrakete des Typs „Bulawa“ erfolgreich getestet, wiederum ohne gegen den INF-Vertrag zu verstoßen. Außerdem hat Russland laut Quellen inzwischen eine Rakete entwickelt, die nahezu dieselben technischen Daten wie die „Wojewoda“ (Satan) haben soll. Damit könnte Russland bald unabhängig vom politischen Kurs der Ukraine werden, wo diese Raketen bisher gebaut wurden und deren Experten für ihre Wartung zuständig waren.






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