Samstag, 17. Mai 2014

Deutsche Wirtschaft fürchtet Verlust russischer Aufträge an China

Thema: Ukraine-Konflikt

Deutsche Wirtschaft fürchtet Verlust russischer Aufträgen an China

Die deutsche Außenhandelskammer fürchtet bei schärferen Sanktionen gegen Russland den Verlust von lukrativen Aufträgen an die Konkurrenz aus Asien. Dies würde einen Verlust von Marktanteilen und Arbeitsplätzen nach sich ziehen. Daher fordert die deutsche Wirtschaft die Politik zu einer diplomatischen Lösung des Konflikts auf.

Deutschlands Unternehmen befürchten bei scharfen Sanktionen gegen Russland den Verlust lukrativer Geschäfte an die Konkurrenz aus Asien. Weitergehende Wirtschaftssanktionen würden „zu einer deutlichen Hinwendung der russischen Wirtschaft und Politik nach Asien, insbesondere nach China, führen“, heißt es in einem Positionspapier der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, das der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag vorlag und unter anderem an die Bundesregierung gerichtet ist.

„Ein solcher Verlust von Marktpositionen europäischer und deutscher Unternehmen würde angesichts schon jetzt schwieriger Marktverhältnisse langfristig und nachhaltig sein.“

Nach Ansicht der deutschen Firmen droht ihnen bei scharfen Sanktionen gegen Russland ein Verlust an Wettbewerbsfähigkeit, Marktanteilen und Arbeitsplätzen. „Das entstehende Vakuum wird mit hoher Wahrscheinlichkeit von anderen Ländern gefüllt“, heißt es in dem Papier. Auch drohe eine verstärkte Vergabe von Aufträgen an örtliche Wettbewerber sowie die Stornierung oder zeitliche Streckung von Projekten durch russische Auftraggeber.

„Die fortgesetzte Drohung mit weiteren Sanktionen beeinträchtigt die Planungssicherheit empfindlich“, warnt die Kammer. Schon jetzt gebe es „zum Teil auch massive Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft in Russland“. Dort sind etwa 6000 deutsche Unternehmen aktiv. Die Exporte nach Russland waren im Januar/Februar um 16 Prozent eingebrochen.

Handelssanktionen würden zu einer Reaktion der russischen Seite führen, mit unabsehbaren juristischen Konsequenzen. „Die Verträge zwischen den Unternehmen sind auf privatwirtschaftlicher Grundlage geschlossen und enthalten bei Nichteinhaltung massive Kompensationen, die von russischer Seite vor internationalen Gerichten mit großer Aussicht auf Erfolg eingeklagt werden könnten“, heißt es in dem Papier weiter.

Wegen des russischen Vorgehens im Ukraine-Konflikt droht die EU mit harten Wirtschaftssanktionen. Bislang wurden Kontensperrungen und Einreiseverbote gegen Privatpersonen verhängt. Die Auslandshandelskammer fordert eine diplomatische Lösung des Konflikts, die ohne Sanktionen auskommt.

Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN


Kommentare

bora sagt:
das ist ja auch das ziel von USA

derdaging sagt:
Das ist ne gute Sache. Da merkt von Mittelstand aufwärts endlich was für Gestalten da in Berlin am werkeln sind.

Anger sagt:
und plötzlich werden div. deutsche und europäische Firmen Übernahmekandidaten für amerikanische Firmen, aber Dank TTIP haben wir hier sowieso bald amerikanische Verhältnisse. Mindestlohn, hätten man sich auch sparen können!
Danke, alles richtig gemacht Frau Merkel!

hasenmaier sagt:
Warum dieses ständige Russen-Bashing?….Sehen wir es mal so:Die USA hofieren China und bücken sich, um ihnen die Stiefel zu lecken…Im Streit mit Vietnam um Öl-und Gasvorkommen in der chinesischen See hat China bereits eine Öl-Platform positioniert.Die Verunreinigten Staaten von Amerika halten sich mit Drohungen zurück und lassen China in Ruhe.Warum?Nachdem Rußland vor kurzem US-Staatsanleihen in Höhe von 26 Mrd. US-Dollar verkauft hat und der US-Dollar daraufhin ” in die Knie ging” (diese T-Bonds mußte das kleine Euro-Land Belgien kaufen), müssen die USA China bei Laune halten und nicht provozieren, … sonst verkaufen die Chinesen auch noch US-Staatsanleihen und braten den US-Dollar. http://www.zerohedge.com/news/2014-05-15/us-officially-takes-no-position-chinas-provocative-actions-disput.

Oeconomicus sagt:
Schlappe für die Sanktions-Trommler?
Lange Gesichter im White House?
Offenbar widersetzt sich die kanadische Regierung in Ottawa dem Dirigenten im Oval Office hinsichtlich lauthals geforderter Wirtschafts-Sanktionen gegen das ‘phöse’ Russland.
Aus Rücksicht auf kanadische Wirtschaftsinteressen sollen zwei russische Konzernchefs von Sanktionen wegen der Ukraine-Krise ausgenommen werden. Dabei handelt es sich um den Chef des Rüstungs- und Industriekonzerns Rostec, Sergej Tschemessow, und den Vorstandsvorsitzenden des Ölkonzerns Rosneft, Igor Setschin. http://oconomicus.wordpress.com/2014/05/16/schlappe-fur-die-sanktions-trommler/


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