Samstag, 31. Mai 2014

Crash-Warnung: EZB fordert Banken und Investoren auf, sich zu schützen

Thema: Platzt die Blase?

Wenige Tage nach der EU-Wahl meldet sich Mario Draghi mit einer spektakulären Crash-Warnung. In der Sprache der Zentralbanker heißt das, es bestehe die „Möglichkeit eines scharfen und ungeordneten Abbaus der jüngsten Kapitalflüsse“. Die EZB, die ja durch den Stresstest Einblick in die Bücher der Banken hat, ahnt offenbar Schlimmes - und rät Banken und Investoren dringend, Vorsorge zu treffen.

Die Crash-Warnung des Jahres kommt nicht von Marc Faber (der sagt, der Crash kann über Nacht kommen – hier). Sie kommt auch nicht von den Bestseller-Autoren Marc Friedrich und Matthias Weik (die sagen, dass es ohne Crash gar nicht geht – hier).

Die Warnung kommt von der Europäischen Zentralbank (EZB).

Und sie hat es in sich.

Die EZB warnt angesichts der Rekordjagd an den Börsen vor einem Kurseinbruch an den Börsen. Wegen der Suche der Investoren nach Rendite stiegen die Risiken für die Finanzstabilität. Dies könnte die „Möglichkeit eines scharfen und ungeordneten Abbaus der jüngsten Kapitalflüsse“ auslösen, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Finanzstabilitätsbericht der Notenbank.

Von einem „scharfen und ungeordneten Abbaus der jüngsten Kapitalflüsse“ hat seit langem keine Zentralbank mehr gesprochen.

Und ausgerechnet der Landsmann von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der portugiesische Notenbank-Chef, macht die Öffentlichkeit darauf aufmerksam, dass es sich hier offenbar nicht um ein theoretisches Gedankenspiel, sondern um eine reale Gefahr handelt.

EZB-Vizepräsident Vitor Constancio sagte der Nachrichtenagentur Reuters: „Ich habe keine Empfehlung für die Investoren, aber sie sollten sich dieser Risiken bewusst sein und versuchen, sich zu schützen.“ Die Krise in der Ukraine zum Beispiel könnte die gute Stimmung kippen. „Die Banken sollten darauf vorbereitet sein“, warnte Constancio.

Es entbehrt nicht einer gewissen Komik, dass die Zentralbanken vor dem Crash warnen: Sie haben durch die globale Politik des Geldes die Vermögensblasen angefacht, insbesondere jene an den Börsen. Noch am Mittwoch fieberten die Ahnungslosen Börsianer dem Durchbrechen der 10.000er Marke des DAX entgegen. Der Deutschlandfunk konnte in seiner mittäglichen Wirtschaftssendung kaum an sich halten und meinte, dass das Durchbrechen der „historischen“ Marke auch zu einer großen Schlagzeile bei der „Zeitung mit den vier Buchstaben“ führen werde, was die Privatanleger animieren sollte, einzusteigen. Ein Analyst goß noch Öl ins Feuer uns sagte, das Kursziel sein 10.500 und die werde der DAX noch in diesem Jahr erreichen.

Doch die EZB muss es besser wissen – schließlich hat sie das Geld in den Markt gepumpt und weiß im Zuge des Stresstests, wie es bei den Banken wirklich aussieht.

Ihre Crash-Warnung kommt nicht aus dem Bauch.

Sie speist sich aus den Büchern der Banken.

Daher ist es nur logisch, dass sich die Währungshüter in dem Bericht besorgt über die nach wie vor geringe Profitabilität vieler Banken äußern. Auch fänden sich in den Bilanzen der Geldhäuser immer noch zu viele faule Kredite. „Bislang scheint hier der Wendepunkt noch nicht erreicht“, hieß es. Zudem hätten mehr als die Hälfte aller Großbanken in der Euro-Zone im zweiten Halbjahr 2013 Verluste geschrieben. Wegen der unsicheren konjunkturellen Perspektiven bestehe darüber hinaus ein „signifikantes Risiko, dass sich die Kreditqualität weiter verschlechtert“.

Erst am Dienstag hat IWF-Chefin Christine Lagarde kritisiert, dass die Großbanken keine Reformen durchgeführt haben (mehr hier).

Gefahren für den Bankensektor gingen darüber hinaus von der nach wie vor engen Verflechtung der Institute mit den Staaten aus. Sollte es zu dem befürchteten Crash an den Märkten und im Zuge dessen zu einem kräftigeren Anstieg der Renditen für Staatsanleihen kommen, bedeute dies nicht nur Belastungen für die Regierungen, sondern auch Verluste für die Institute, heißt es in dem Bericht. Deshalb sei es wichtig, die Aufsicht über die Banken zu stärken. Dies gelte auch für den wachsenden Schattenbankensektor und die Derivatemärkte.

Fazit: Alles, was vor der EU-Wahl als harmlos dargestellt wurde, blubbert nun an die Oberfläche. Es ist bezeichnend, dass die EZB nicht die Bürger oder den Mittelstand, warnt, sondern die Banken.

Wenn auch Sie erfahren wollen, was auf uns zukommt, lesen Sie das neue Buch von DWN-Herausgeber Michael Maier. Er beschreibt, was hinter den Crash-Drohungen steckt – und wie die Schuldenblase platzt. Und er erklärt, wie man sich als Bürger von den Machenschaften der Zentralbanken, Banken und Regierungen befreien kann und muss.

* * *

Das neue Buch von DWN-Herausgeber Michael Maier.

Michael Maier, „Die Plünderung der Welt. Wie die Finanz-Eliten unsere Enteignung planen“.

Das Buch ist überall im Buchhandel erhältlich. Beim Verlag kann es hier bestellt werden.

Das Buch ist auch bei Amazon erhältlich – hier.


Mit freundlicher Genehmigung von DEUTSCHE WIRTSCHAFTS NACHRICHTEN






Kommentare

dimitri sagt:
David Rockefeller:
“Wir stehen am Rande einer weltweiten Umbildung, alles was wir brauchen, ist die richtige allumfassende Krise und die Nationen werden in die neue Weltordnung einwilligen.” (1994 vor dem Wirtschafts-Ausschuss der Vereinten Nationen (UN Business Council)

“Manche glauben gar, wir seien Teil einer geheimen Kabale, die entgegen den besten Interessen der USA arbeitet, charakterisieren mich und meine Familie als “Internationalisten” und Verschwörer, die gemeinsam mit anderen weltweit eine integriertere globale politische und wirtschaftliche Struktur schaffen – eine Welt, wenn Sie so wollen. Wenn das die Anklage ist, dann bin ich schuldig, und ich bin stolz darauf.” (Autobiographie, “Memoiren”, 2006)

Rüdiger von der Panke sagt:
Guter Artikel. Dragi, der Einheizer, hat seinen blubbernden Kessel nicht umsonst angefeuert. Seine Traumtänzer werden als erste darin verschwinden, einschließlich die “Deutsche Bank” mit ihrem arabischen Großinvestor, der dann seine “Fett-Einlage” oben auf der Suppe schwimmen sieht..

Angefangen mit der “Feuereinlage” für den Kochtopf war Putin, der neue “Siegfried” in der Geschichte. Dieser Siegfried wird der Hydra noch mehrere Köpfe abschlagen und hat schon weitere kleine Mitstreiter gefunden….. (die restlichen Franzosen werden auch für Le Pen stimmen, die lassen sich doch nicht mit einem Viagra-Ersatz ablenken, nee, die nicht!!)

joker sagt:
Das was ich schon geahnt hatte vor einem Jahr.
Da werden wohl beim DAX auch Kursmanipulationen mit im Spiel sein die den Kurs künstlich hochjagen lassen.
Wie sagte mal Captain Kirk in Enterprise: “Ich glaube,das wird ein Spaß”
Ich sehe das genauso.Dann werden halt Banken pleite gehen und die lieben Leute vielleicht auf die Strassen gehen-mich würde es freuen.
Dann wird es mit Sicherheit kein to big to fail geben,so dumm wird die Politik glaube ich nicht sein.
Denn diese Deutsche Bank ist bereits pleite nur weiß es keiner.
Nicht umsonst ist jetzt eine reicher Investor mit eingestiegen.
Lauter ausländisches Kapital.

MR sagt:
Endspiel noch vor der WM?
Schaunmermal….
Eine solche Nachricht kommt nicht ohne Grund und auch das Timing ist kein Zufall

Völlig egal! sagt:
Als 1966 in Irland ein Bankencrash stattgefunden hatte ist nichts passiert. Als nach 10%-iger Inflation während der Folgejahre bis 1969 keine Lohnerhöhugen stattfanden und vonseiten der Banker zu einem Streik im selben Land führte, wurde per Zeitungsinseraten darauf hingewiesen, dass alle Banken schließen würden, da es zu keiner Lohneinigung zwischen Bankstern und Gewerkschafstern, ja, auch hier ist das Bankster-s angebracht, gekommen sei.

Als die Banken dann tatsächlich sechs Monate geschlossen hielten, auch in der Hoffnung, man werde den Bürgern schon zeigen, wo der Hammer hängt, kam es zw. allen Marktteilnehmern zu auserbankenmäßigen Scheckverrechnungen und nichts passierte. Die Banken mussten anerkennen, dass sie sinnlos geworden waren. Die Wirtschaftsleistung stieg sogar rapide an.

Durch die neuerliche Eröffnung der Banken, wegen der um ihren Job nun (durch diese Erkenntnis der Bürger) für immer fürchten müssenden Bankster, wurden bis Feb. 70 diese Schecks von den Bankstern angenommen und wieder als Verrechnungsbasis ins System integriert.

Dabei wurde offensichtlich, dass sich sogar außerhalb des Bankensektors die Geldmenge nach nötigem Maß erhöht hatte, das Geld (auch aus gehorteten Beständen als Tauschmittel – zusätzlich zu den anderen Verrechnungen, die man plötzlich überall akzeptierte) in Umlauf blieb und alles ohne Probleme weiter gelaufen war, als ob die Banken nie geschlossen hätten.

Fazit: Gibt es die Banken nicht, funktioniert die Wirtschaft trotzdem! Angstschürerei war in den öffentl. Medien danach die Dauerfolge, dass keiner es bemerke.


Keine Kommentare :

Kommentar veröffentlichen