Dienstag, 5. November 2013

Droht deutschen Sparern bald "Schulden-Steuer"?

IWF wagt Vorstoß
04.11.2013, 10:56 Uhr | t-online.de - Silke Asmußen

Die Spareinlagen deutscher Bürger sind in der Euro-Krise sicher - das hat die Bundesregierung schon mehrfach beteuert. Die Sicherheit könnte sich jedoch als trügerisch erweisen. In seinem aktuellen Staatsschuldenbericht überlegt der Internationale Währungsfonds (IWF) nämlich, die Sparer hierzulande mit einer Sondersteuer zu belasten, um die Schuldenkrise in Europa in den Griff zu bekommen. Ein solcher Beitrag könnte die Anleger Milliarden Euro kosten.


Der IWF spielt offenbar mit dem Gedanken, mit dem Geld der deutschen Sparer die Staatsschulden in der Eurozone abzubauen (Quelle: imago, McPhoto)

In ihrem Bericht "Taxing Times" (auf Deutsch etwa: Zeit für Steuern) denken die Ökonomen über eine Abgabe nach, die helfen soll, den Schuldenberg in den Ländern der Währungsunion zu reduzieren. Der Beitrag soll die Schulden in 15 Euro-Staaten auf das Niveau vor der Krise senken.

Alle Sparer wären betroffen

Dazu wäre eine einmalige Besteuerung aller Guthaben - also der Spareinlagen der Bürger bei Geldinstituten - von rund zehn Prozent nötig. Das könne die Sparer in der Bundesrepublik um rund sechs Milliarden Euro ärmer machen, schrieb das "Handelsblatt". Mit dem Konzept habe man bereits nach dem Ersten Weltkrieg in Europa und nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland und Japan umfassende Erfahrung gesammelt, heißt es in dem IWF-Report.

Ein für Sparer äußerst beunruhigendes Gedankenspiel, auch wenn der IWF seinen Vorstoß nur als eine Möglichkeit darstellt. Und es geht um keine geringe Summe. Wie die Bundesbank kürzlich meldete, ist das Vermögen der privaten Haushalte in Deutschland in Form von Bargeld, Wertpapieren, Bankeinlagen oder Ansprüchen gegenüber Versicherungen zum Ende des zweiten Quartals auf den Rekordwert von 5,027 Billionen Euro geklettert.

Bankkunden in Zypern verloren fast die Hälfte ihres Vermögens

Und die Idee, Privatvermögen einzusetzen, um die Staatsschulden schrumpfen zu lassen, ist weder neu noch abwegig. So einigten sich die Zentralbank und das Finanzministerium Zyperns im Juli mit den internationalen Geldgebern des angeschlagenen Landes, insgesamt 47,5 Prozent der Guthaben über 100.000 Euro von Kunden der Bank of Cyprus einzusetzen, um den Staatsbankrott zu verhindern.

Die Geldgeber-Troika aus EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und IWF hatten mit Zypern die Beteiligung der Privatkunden an der Rettung der Inselbanken vereinbart.

Politik plant mit privatem Kapital

Seit Ausbruch der Krise seien die Schulden der Euro-Staaten von knapp 6000 Milliarden auf fast 8900 Milliarden Euro gestiegen, meldete das "Handelsblatt". Das lasse auch die Begehrlichkeiten in der deutschen Politik wachsen. Im Rahmen der Koalitionsverhandlungen gebe es viele Pläne für höhere Kapitalsteuern und Abgaben.

Banken mit faulen Krediten belastet wie noch nie

Ein weiteres Risiko bilden die Banken der Eurozone. Sie sitzen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young in Frankfurt zufolge auf so vielen faulen Kredite wie noch nie - einem Rekordwert von 940 Milliarden Euro. "Vor dem Staat ist nichts sicher", sagte vor diesem Hintergrund Thorsten Polleit, Chefökonom bei Degussa Goldhandel, dem Blatt.

Bereits von der zukünftigen großen Koalition beschlossen ist eine Finanztransaktionssteuer, die laut dem Deutschen Aktieninstitut private Haushalte und Unternehmen in Deutschland jährlich fünf bis 7,3 Milliarden Euro kosten wird. Die Abgabe konterkariere wichtige politische Ziele wie eine verstärkte private Altersvorsorge oder die Finanzierung von mittelständischen Unternehmen über den Kapitalmarkt, warnt das Institut.

Experten prangern allgemeine Enteignung an

Kein Wunder also, dass eine Reihe von Finanzexperten den Schuldensteuer-Vorstoß des IWF als allgemeine Enteignung der Sparer anprangern. "Spargelder sind in Deutschland extrem gut abgesichert", sagte jedoch Hermann-Josef Tenhagen vom Magazin "Finanztest" der Stiftung Warentest vor dem Hintergrund der Krise in Zypern.

Wann gesetzlicher Schutz greift

Seit dem Jahr 2011 sind Einlagen in Deutschland grundsätzlich bis 100.000 Euro pro Sparer gesetzlich geschützt. Die Absicherung gilt etwa für Tages- und Festgelder, Sparbücher und Sparbriefe - vorausgesetzt, das Geld ist in Euro oder der Währung eines anderen EU-Mitgliedstaats angelegt. Bei Guthaben in anderen Fremdwährungen greift der Schutz nicht.

Sparkassen sowie Raiffeisen- und Volksbanken hingegen verfügen über eigene Sicherungssysteme, die verhindern sollen, dass ein Institut in die Insolvenz schlittert. Dadurch sind deren Kundengelder praktisch in unbegrenzter Höhe abgesichert.
04.11.2013, 10:56 Uhr | t-online.de - Silke Asmußen

» der Kommentar des Blogschreibers «
Sehr oft habe ich es schon geschrieben, Deutsche Wirtschafts Nachrichten hat es oft geschrieben, viele, viele andere haben es schon oft geschrieben und jetzt ist es auch bei t-online angekommen: Es geht uns in kürze von noch mehr Seiten ans Geld. Egal was uns die Politikerdarsteller sagen, es ist gelogen.

Kommentare bei t-online
Faller
Nun,dämmert es langsam, warum Schäuble die Bundeswehr im "Innern" einsetzen will! Unsere Regierung flüchtet in die "bereitstehende amerikanische Botschaft" und die Apache-Hubschrauber(googelt mal,was der alles kann) werden die "Demonstranten" schon kriegen...
jennylisa
Schlimmer wie Parasiten. Macht uns alle zu Harz Empfänger.Einleben lang gespart für das Alter, und bald können wir BETTELN gehen. Dass sich diese Leute nicht schämen uns alles zu nehmen. Selbst wenn jemand 100000€ hat und 0,2Prozent von den Banken Zins bekommt von den 200€ die Krankenkasse Strom, Heizung bezahlen? Da bist du sehr schnell Pleite. Ja wir Leben alle von unser Substanz. Es wird nicht mehr lange dauern, da werden die Menschen sich wehren, und das ist gut so. Alle nehmen uns aus bis aufs Blut, und selber kassieren Sie Mill. Und bauen nur MIST Siehe Bahn, Siehe Flughafen Berlin. Und die Herren kassieren Mill. Für Mist. Die bestbezahlten Bauern in Deutschland. Pfui vor solchenTüpen

Dialektiker
War nicht vor kurzer Zeit ne Wahl ? Millionärssteuer staat Fiskalpakt - das war die Forderung einer Partei. Das wollten die allermeisten nicht. Nun folgt die Quittung ! Da kann man auch nichts mehr gegen machen, denn der Bundestag und der Bundespräsident stimmten dem ESM Vertrag zu. Dort heißt es bekanntlich:
Die ESM-Mitglieder sagen hiermit bedingungslos und unwiderruflich zu, bei Anforderung jeglichem durch den Geschäftsführenden Direktor an sie gerichteten Kapitalabruf binnen 7 (sieben) Tagen nach Erhalt dieser Aufforderung nachzukommen.

Ich habe meine ESM-Zustimmer-Bundestagsabgeordnete nicht gewählt !


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