Samstag, 2. November 2013

BND soll Internetspionage-Technik mitentwickelt haben

Thema: Abhörskandal
02.11.2013, 08:38 Uhr | dpa, t-online.de

Europäische Staaten sind offenbar tiefer in den Abhörskandal verstrickt als bisher bekannt: Der britische Geheimdienst GCHQ hat nach einem Medienbericht bei der Entwicklung von Internet-Spionagetechnik eng mit dem BND und anderen europäischen Geheimdiensten kooperiert.


Kuppel einer ehemaligen Abhörstation der NSA in Berlin
(Quelle: dpa)
"Die Geheimdienste von Deutschland, Frankreich, Spanien und Schweden haben in den vergangenen fünf Jahren Techniken zur massenhaften Überwachung der Internet- und Telefonkommunikation entwickelt", berichtet die britische Zeitung "Guardian" unter Berufung auf Dokumente des früheren Geheimdienst-Mitarbeiters Edward Snowden. Die Technik sei in enger Abstimmung mit dem britischen Geheimdienst entwickelt worden.

In dem Bericht wird allerdings nicht die Behauptung aufgestellt, die europäischen Partnergeheimdienste hätten ihre technischen Fähigkeiten zur Daten-Überwachung ebenso wie der GCHQ eingesetzt.

BND schneller unterwegs als die Briten

Snowden hatte in den vergangenen Monaten offengelegt, dass der GCHQ unter dem Codenamen Tempora mehr als 200 Glasfaserkabel angezapft habe, um Zugriff auf den Internetverkehr zu erlangen.

In dem "Guardian"-Artikel wird aus einem GCHQ-Bericht von 2008 zitiert, der die technischen Möglichkeiten des deutschen BND hervorhebt. Während die Briten bis dahin nur Glasfaserkabel mit einer Kapazität von zehn Gbps (Gigabit pro Sekunde) hätten erfassen können, seien die Deutschen schon bei einem Volumen von 40 Gbps und 100 Gbps gewesen.
02.11.2013, 08:38 Uhr | dpa


» Kommentar des Blogschreibers «
Die verzweifelte Suche nach Skandalen, um die US-Geheimdienste aus der Schusslinie zu bringen, geht weiter. Immer wieder sind deutsche Medien an der Suche nach Ablenkungen und den Reinwaschungsversuchen der ausländischen Dienste beteiligt. Warum nur?
Jetzt kann man schon lesen, der BND selber entwickele Spionage-Hard und -Software. Das wäre ja mal ganz was Neues. Haben die eventuell auch geheime Produktionsstätten?
Es wird immer lächerlicher!

Kommentare

sealife
Wow...
die Geheimdienste entwickeln Abhörmethoden...
Und der BND auch...
SKANDAL...!!!
Und die Bildzeitung hat nicht darüber berichtet.
Wieso eigentlich nicht ?
Vielleicht weil Geheimdienst - Geheimdienst heißt weil etwas "Geheim" bleiben soll.....
Schön....so kann auch der Druck von der NSA genommen werden....
Denn um DIE ging es bisher.

1Stefan
Alles Illegale Methoden um möglichst viel Geld in Kurzer zeit zu hinterziehen. Spionage von der übelsten Sorte und Beihilfe des Betrugs über Lukrative Käufer der Daten.

danilo77
Ich frage mich, was da noch alles kommt. Leider interessiert sowas die meisten Bürger auch nicht (mehr). Ich kann mich noch gut erinnern, wie die Stasi in der ehem. DDR dafür geächtet wurde und wie schlimm und schlecht doch alles war. Aber jetzt sind das Dimensionen jenseits von gut und böse!

Ergänzung: 04.11.2013, 12:20 Uhr
Folgender Beitrag ist irgendwie aus dem Kommentarbereich verschwunden.
Nicht durch mich. Deshalb stelle ich ihn ans Ende des Blogbeitrags.


Für mich Nebelkerzen

Wenn ich als gelernter DDR Bürger Überwachung, Abhörskandal, Bespitzlung höre, dann werde ich hellhörig.

Durch Snoden wird auf eindeutige Fakten hingewiesen, was, wie und in welchem unvorstellbaren Ausmaß durch die Geheimdienste vorgegangen wird.
Nun wird in den Medien, in Foren u.a. diese Vorgänge diskutiert,ohne tatsächlich Lösungen aufzuzeigen, wie dieser Entwicklung Einhalt geboten werden kann.
Ich sehe das als Werfen von Nebelkerzen und begründe das mit nur zwei Fakten.
Zum einen ist die Frage zu stellen, ist es überhaupt gewollt, in irgendeiner Form diese Praktiken zu beenden? Die Technik ist und bleibt vorhanden und entwickelt sich immer weiter.
Jetzt denkt man über ein Anti-Spionage-Abkommen nach.
Ja was soll das bringen?
Wenn Abhören unter Freunden/Partnern gar nicht geht, aber trotzdem passiert ist, steht doch die Feststellung im Raum, warum es nicht mehr passieren sollte, wenn es ein Anti-Spionage-Abkommen gibt? Oder war es ohne Abkommen erlaubt?
Nun wird propagiert, die Geheimdienste sollen nicht alles sammeln, was möglich ist, sondern nur das was nötig ist. Wer entscheidet das? Die Geheimdienste selber?
Das wird nicht funktionieren, auch nicht mit einem Abkommen.
Jeder Geheimdienst auf der Welt. macht von seinen Möglichkeiten Gebrauch alle Informationen zu sammeln, wenn es die Technik erlaubt. Begründungen lassen sich immer finden, sei es die Massenüberwachung wegen Terrorgefahr, die Ausspähung von Politikern anderer Länder, oder als notwendigen Dienst für Unternehmen zur Sicherung der Wirtschaft im eigenen Land.
Ich erkenne keine Lösung für diese Problematik.
Schade ist eben nur, dass die technischen Möglichkeiten auch Spielraum, in diesem Fall auch die Totalüberwachung der Menschen, möglich macht.

In den Foren wird immer wieder der Stasivergleich gebracht.
Ich bin bestimmt kein Befürworter der Stasi und ihrer Verbrechen, aber ein Vergleich sei mal als Denkanstoß gestattet. Die Stasi verfügte zur Überwachung der Menschen überwiegend über Informelle Mitarbeiter, Technik wurde zwar auch eingesetzt, ist aber mit den heutigen Möglichkeiten doch eher, bezogen auf die Masse, zu vernachlässigen.
Der IM beurteilte seine Opfer subjektiv, die Benutzer von Telefonen und Internet generieren sich heute als ihre eigenen IMs und das objektiv.
Ich will damit sagen ,dass die Stasi sich nicht ausschließlich auf die Informationen ihrer IM verlassen konnte. Der Ausgang für den jeweils Bespitzelten war offen, er konnte in beide Richtungen, also positiv oder negativ ausgehen. Ich arbeitete in einen der wichtigsten Kombinate der DDR. Im technischen Kundendienst war uns allen bekannt, dass wir unter Beobachtung der Stasi standen.Auch mussten wir Reiseberichte bei den Auslandseinsätzen schreiben und diese wurden dann auch ausgewertet.
Wenn wir uns heute jährlich treffen, werden auch die persönlichen Stasiakten thematisiert.
Wir hatten in unseren Team zwei IMs, dass konnten wir an Hand der Akten feststellen.
Zwei Kollegen brachte diese Spitzeltätigkeiten Freiheitsstrafen ein, obwohl die Informationen der IMs in Richtung Spionage für den fachlich durchsehenden Mitarbeiter damals, wie auch noch heute,vollkommen ausgeschlossen werden.
An Hand der Akten sind die Beschuldigungen eher im zwischenmenschlichen Verhältnis zu suchen, mit verheerenden Folgen für die Betroffenen.
Andere Infos dieser IMs führen heute am Biertisch bestenfalls zu Lachanfällen.
Übrigens wurden beide Spitzel nach der Wende , obwohl ihre IM Tätigkeit offenkundig war, sofort bei IBM im Westen eingestellt. Es zählte nur das zweifellose vorhandene Fachwissen.
Auch darüber kann man mal Nachdenken.

Mit freundlichen Grüßen

Ralf Nietzschmann


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