Dienstag, 25. September 2012

Zensur jetzt auch bei Hart aber Fair?

Liebe Leser,

schon lange tue ich mir selber die Sendung "Hart aber Fair" nicht mehr an, obwohl es zu Zeiten im WDR kaum eine bessere Politik-Talkshow gab und ich so gut wie keine ausgelassen habe.
Schließlich heisst es doch, und Plasberg wird nicht müde es zu wiederholen,:
"Wenn Politik auf Wirklichkeit trifft".
Seitdem uns aber Sendungen über "Europameister der Herzen" oder "Baumärkte" als politisch verkauft werden und gleichzeitig vehement verhindert wird, dass das Wort ESM überhaupt in einer Fernsehsendung genannt werden kann, ist bei mir Schluss. Verarschen kann ich mich alleine.
Noch deutlicher kann man die verbotene Einflussnahme der Politik auf das Programm nicht zeigen.

Wenn der Rundfunkrat der ARD seine eigenen Vorgaben nicht einhält und zulässt, dass Politiker immer mehr Einfluss auf Programmplanung und -Inhalt nehmen, frage ich mich, wozu in Deutschland noch Öffentlich-Rechtliche Sender gebraucht werden oder ob man nicht ehrlichkeitshalber vom „Staatsfernsehen der BRD“ sprechen sollte.
Man kann sie gar nicht oft genug daran erinnern, von wem die Damen und Herren der ARD - ja die, die auf dem hohen Ross sitzen - finanziert werden. Dass einige von ihnen ihre Hände, genau wie viele politisch Verantwortliche, zusätlich noch in alle Richtungen aufhalten, ist ja bekannt.

Zwischen den „ganz Oben“ und der wegbrechenden Mittelschicht scheint sich in Deutschland eine abgehobene Clique von Möchtegernen herauszubilden. Zu denen gehören Politiker, Beamte des gehobenen Dienstes und eben Leiter des behördenähnlichen Molochs „ARD“.
Diese meinen wohl aufgrund ihres augenblicklich ausgefüllten Amtes, seien sie „was Besseres“ und können sich einiges rausnehmen. Was sich die Kanzlerinnendarstellerin mit Steuergeldern zur „Bankenrettung“ erlaubt, dürfen die Programmdirektoren mit GEZ-Gebühren im kleineren Massstab? Weder der mit Steuergeld so freizügig umgehenden Politikerdarsteller Schäuble noch die GEZ-finanzierten ARD-Oberen können erklären, wer sie zu all ihren Verschwendungen überhaupt legitimiert hat. Das aus irgenwelchen Wahlergebnissen abzuleiten ist wohl etwas zu vermessen.

Zensur und politische Hörigkeit hat bei der ARD schon Tradition, egal ob Radio oder Fernsehen.
Aus der Medithek verschwinden politisch unbequeme Berichte, die schließlich auch mit Gebühren der Zuschauer produziert wurden, spurlos. Jüngst erst das WDR-Feature "Dok5 - Der ökonomische Putsch (26.08.2012) oder: Was hinter den Finanzkrisen steckt" oder damals, 2005, die WDR-Doku mit dem Titel "Im Auge der Macht", wo ein Foto gezeigt werden sollte, dass die "mächtigste Frau der Welt" als Siebzehnjärige angeblich bei der Überwachung des DDR-Bürgers Havemann zeigt.

Ich glaube es ist an der Zeit, die für Zensur zuständigen Stellen zu aktivieren und sie besonders auf die sendungsbegleitenden Blogs im gebührenfinanzierten Fernsehen aufmerksam zu machen.
Wäre ja für die Öffentlichkeit interressant, noch vor der nächsten Bundestagswahl zu erfahren, wer alles hinter der Zensurwut steckt und warum.

Über Zensur bei der ARD habe ich schon öfter berichtet, besonders bei Günther Jauch war es im November letzten Jahres arg. Jetzt jedoch scheint es immer mehr Sendungen zu betreffen.
Mit "Kampf gegen den Terror" ist es wohl nicht zu begründen, eher schon mit "Volk dumm halten".

Selbst vor harmlosen Beiträgen, wie ich aus folgender Email von Walter Neumann erfuhr, wird nicht halt gemacht und nach gutdünken veröffentlicht oder eben nicht.

Hier die Email von Walter Neumann:

Sehr geehrter Gerd Dietrich,

soeben bin ich einer doppelten Zensur bei hart aber fair ausgesetzt gewesen.

Daher habe ich über die Kontaktanzeige eine Protestmail geschickt mit der Bitte
um klärende Rückantwort. Die Mail im folgenden:

Montag, 24.09.2012 21:40
Sehr geehrte Redaktion hart aber fair!

Ich finde es überhaupt nicht fair, wenn Sie meinen Beitrag nicht freischalten wollen.
Sie betreiben Zensur und dies willkürlich. Mit Verlaub und Nachdruck gesagt! Als
Beleg setze ich hier meine beiden Beiträge noch mal ein:

Montag, 24.09.2012 21:06
Was erlaubt sich da der Plaßberg? Sagt, zu dem 28 jährigen, wir müssen doch ran
an den Speck der Alten! Bitte zuerst den Speck vom Plaßberg nehmen!!!
Der hat enorm viel mehr Speck wie die alten Rentner, Pfui deubel!

Da der Beitrag nicht gesendet wurde, habe ich höflich etwas geändert
und Herrn Plasberg eingesetzt:

Montag, 24.09.2012 21:12
Was erlaubt sich da Herr Plaßberg? Sagt, zu dem 28 jährigen, wir müssen doch ran
an den Speck der Alten! Bitte zuerst den Speck von Herrn Plaßberg nehmen!!!
Der hat enorm viel mehr Speck wie die alten Rentner, Pfui deubel!

Sie haben nun Regeln, welche Sie anführen wollen. Dazu gehört aber auch, wie man
in den Wald hineinruft, so schallt es zurück. Wenn Herr Plaberg an meinen Speck will,
dann darf ich ihm dies mit harten Worten absprechen und mir dies verbitten und das
öffentlich, denn auch er hat dies öffentlich geäußert!

Ich verstehe dies nicht ehrverletzend, nicht beleidigend, nicht seine Persönlichkeitsrechte
verletzend, im Gegensatz, er verletzt meine und die der Rentner! Es ist auch nicht
agitatorisch, sondern eine Antwort auf seine Ehrverletzende Äußerung! Er diskriminiert
uns Rentner. Meine Äußerung ist eine Replik auf seine, meiner Meinung nach
unverschämte Anmache des jungen Diskussionsteilnehmer, um eine entsprechende
Antwort zu erhalten, die erfreulicher Weise nicht so ergangen ist. Seine Aussage ist
in meinen Augen Demagogie!

In Anbetracht dessen ist mein Beitrag noch sehr manierlich.

Schreiben Sie mir bitte nicht, wie beim letzten Mal, meine Beiträge wären bei Ihnen
nicht angekommen sondern stehen Sie mit Ihrer Antwort dazu, wenn Sie diese nicht
freischalten wollen und schreiben mir bitte, warum!

Hochachtungsvoll

Walter Neumann
Nun möchte ich Sie bitten, diese E-Mail in Ihrem Blog freiszuschalten.

Mit freundlichen Grüßen

Walter Neumann

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