Donnerstag, 6. September 2012

Draghi schlachtet heilige Kuh der Bundesbank

am 05.09.2012 schrieb ich noch wer die Welt beherrscht und wie zum Beweis steht

Draghi schlachtet heilige Kuh der Bundesbank
EZB-Chef Mario Draghi wirft die Druckerpresse an - die Börsen jubeln, doch aus Deutschland kommt viel Kritik.

eine Seite weiter:
Draghi kündigt unlimitierte Staatsanleihen-Käufe an
Während das Programm den Euro-Raum stabilisieren soll, reagiert Merkel verhalten. Aus der Union kommen kritische Stimmen

und dann:
06.09.2012, 16:15 Uhr

Am Nachmittag gab EZB-Chef Mario Draghi bekannt, wieder Staatsanleihen von Euro-Krisenländern aufzukaufen. Erstmals werde es dabei vom Volumen her keine Grenze geben, jedoch sollen die Käufe nur unter strikten Auflagen der Rettungsfonds vollzogen werden. Der Aktienmarkt honorierte die Entscheidung mit Kurssteigerungen. Zuvor beschloss der Rat der EZB, den Leitzins im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent zu belassen. Obwohl Zentralbankgeld für Banken damit bereits so günstig ist wie nie seit Einführung des Euro 1999, hatten viele Volkswirte mit einer weiteren Absenkung gerechnet. Denn die Konjunktur in vielen Euroländern schwächelt.

EZB-Geldpolitik gestört
Hauptaugenmerk legen die Währungshüter jedoch auf ein neues Programm zum Kauf von Staatsanleihen. Mit dem Programm wird die Notenbank nach den Worten des EZB-Chefs kurzlaufende Anleihen mit einer Laufzeit von bis zu drei Jahren in ihre Bücher nehmen. Voraussetzung sei allerdings, dass sich die jeweiligen Ländern zunächst an den Euro-Rettungsfonds wenden. Dies kann entweder in Form eines sogenannten Vollprogramms geschehen, wie sie derzeit die Länder Griechenland, Irland oder Portugal durchlaufen, oder durch sogenannte vorsorgliche Kreditlinien des EFSF bzw. des ESM.
Mario Draghi rechtfertigte die neuen Anleihekäufe damit, dass die Wirkung der herkömmlichen EZB-Geldpolitik wegen des Misstrauens in den Euro gestört sei. Als Grund nannte er die hohen Risikoaufschläge für Staatsanleihen krisengeschwächter Euroländer. Diese verhinderten, dass monetäre Impulse der Notenbank in allen Euroländern gleichermaßen ankämen.
[…]
Einsamer Kämpfer im EZB-Rat
Im 23-köpfigen EZB-Rat stemmt sich Bundesbank-Präsident Jens Weidmann als einziger vehement gegen die Maßnahmen, wie Draghi öffentlich gemacht hatte, was ungewöhnlich ist. Nach Weidmanns Überzeugung verstößt die EZB mit Anleihekäufen gegen das vertragliche Verbot der Staatsfinanzierung mit Hilfe der Notenpresse.
Ex-EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark schreibt in einem Gastbeitrag für "Die Welt": "Der politische Druck auf die Notenbank ist massiv. Schlimmer noch: der EZB-Rat scheint mehrheitlich bereit, diesem Druck unter Missachtung seines Kernauftrags und der Unabhängigkeit nachzugeben. Mit einer noch aktiveren Rolle der EZB begibt sich die Zentralbank in die Hände der Politik." Stark war Ende 2011 aus Protest gegen damalige Anleihekäufe von seinem Amt zurückgetreten.

Die EZB macht sich zum Euro-Retter
EZB-Präsident Draghi hat sich durchgesetzt: Die Zentralbank will künftig unbegrenzt Anleihen kriselnder Staaten kaufen, um diese zu stabilisieren. Markus Gürne meint: Die EZB überschreitet ihr Mandat. Ihre Aufgabe sei es, für eine stabile Währung zu sorgen - und nicht durch geschickte Schachzüge Staaten zu finanzieren. [mehr] EZB kauft Staatsanleihen aus Euro-Schuldenländern Hintergrund: Deutsches Haftungsrisiko bei der Euro-Rettung Video: EZB kauft Staatsanleihen aus Krisenländern Meldung bei mobil.tagesschau.de lesen... Tagesschau (Heute)

Was hört man von der „Rettungskanzlerin“, von der „Mächtigsten Frau der Welt“ ?
Dazu schreibt die Berliner Morgenpost
Während die EZB in Frankfurt über Ankäufe von Staatsanleihen entscheidet, besucht die Kanzlerin ihren spanischen Kollegen Mariano Rajoy. Sie wird in Madrid mit „Merkel go home“-Sprüchen empfangen.... Lesen Sie hier weiter...

ein paar Kommentare von der  t-online-Seite:

EZB und Draghi
Goldman- Draghi wurde von den amerikanischen Fonds-Managern angewiesen die Notenpresse anzuwerfen und schon sind die Börsen der Welt durch die Decke geknallt. Dieser Verbrecher hat Deutschland und Europa auf dem Gewissen. Hier spielen ein paar Leute mit dem Geld der Europäer und Draghi ist der Erfüllungsgehilfe. Das Ende Europas ist eingläutet und es ist nicht mehr umkehrbar!!!

RockyHorrorPictureShow schrieb: am 6. September 2012 um 21:25:54
Draghi
Hoffentlich erinnert sich der geneigte Wähler noch daran, warum wir Draghi erleiden müssen: Frau Merkel war es, die den bereits für den EZB-Vorsitz designierten Axel Weber in die Flucht geschlagen hat, wie so manchen Anderen zuvor. Mit Weber hätte es die heutige Entscheidung nicht gegeben. Mir ist nur noch übel.

J.J.O. schrieb: am 6. September 2012 um 21:23:08 
Infos zu Dracula
Draghi ist Mitglied in der Group of Thirty (G30), einer privaten Lobbyorganisation der Großbanken. Aus diesem Grund wird ihm ein Interessenkonflikt als EZB-Chef vorgeworfen. Zudem gibt es Stimmen, die insbesondere auch Draghis vormalige Tätigkeit bei Goldman Sachs als Interessenkonflikt werten und seine Rolle bei der von der Bank durchgeführten einträglichen Verschleierung der Schulden Griechenlands höchst fragwürdig finden.

gap1962 schrieb: am 6. September 2012 um 20:54:12
Goldmann Sachs
EZB-Ratssitzung Draghi kündigt unbegrenzte Anleihekäufe an ... Willkommen auf dem Goldman-Sachs-Planeten. Anscheinend ist unsere Kanzlerin abgemeldet. Für was haben wir noch einen Regierung, wir können unser Land gleich den Bänkern überlassen.

paul schrieb: am 6. September 2012 um 20:54:05
immer schlimmer
die EZB (Europäischen Zentralbank) tut jetzt bereits das, wofür der ESM (Europäischen Stabilitäts Mechanismus) geschaffen wurde: das Staatsvermögen Deutschlands an "bedürftige" EU-Südstaaten) umzuverteilen. Das wird allen Deutschen schaden, nicht nur den Reichen. Warum ist das möglich? Alle Mitarbeiter des ESM haben Immunität, können also nicht bestraft werden bei Finanzbetrügereien, auch nicht, wenn die ESM-Mitarbeiter in die eigene Tasche wirtschaften. Ein toller Job für Politiker

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